China ist das erste Land mit einer digitalen Währung

China ist das erste Land mit einer digitalen Währung  (© Timon Studler on Unsplash)

China ist in vielen Bereichen Vorreiter der Modernisierung und damit auch das erste Land, das eine eigene digitale Währung an den Start bringt. Gekauft werden kann die Währung unter anderem bei der Yuan Pay Group, die bereits im Jahr 2014 mit der Entwicklung und Konzeptionierung der digitalen China-Währung begonnen hat. Ende November 2020 fiel dann der endgültige Startschuss und seither ist es möglich, jede Währung der Welt in E-Yuan umzuwandeln.

Wie digitale Währungen die Zukunft verändern können

Die News der heutigen Zeit beschäftigen sich vermehrt mit den Bereichen Digitalisierung und Modernisierung, auch im Zahlungswesen. Bargeld verliert immer mehr an Interesse, stattdessen werden digitale Zahlungsmethoden immer beliebter. In China ist die Revolution bereits gelungen, die Menschen haben die Möglichkeit, mit dem digitalen Yuan Einkäufe zu bezahlen und Geschäfte zu tätigen. Aber welchen Einfluss hat die neue Form der Zahlung auf den Weltmarkt?

In Sachen Geld ist China nicht zum ersten Mal Vorreiter einer Revolution. Den ersten Paradigmenwechsel vollzog China, als die Volksrepublik Papiergeld anstelle von Münzen einführte. Bald folgte die ganze Welt und heute ist der Münzwert gering, wohingegen die hohen Geldwerte in Form von Scheinen bezahlt werden. Die Vorreiterstellung Chinas erhöht den Druck auf Staaten und Europa, aber auch auf die USA und Experten gehen bereits jetzt davon aus, dass sich digitale Währungen auch in anderen Staaten durchsetzen werden.

Anfangs als Spinnerei abgetan, haben mittlerweile auch Experten der westlichen Welt das Potenzial der digitalen Zahlung erkannt. Der Chef der Visa-Krypto-Abteilung glaubt unter anderem fest daran, dass sich die bekannte Zahlungswelt mit Kryptowährungen vereinen lässt. Aber wer profitiert von der Einführung digitaler Zahlungsmethoden am meisten? Ist es staatliche Kontrolle oder ist es tatsächlich eine Vereinfachung der modernen Zahlungswelt?

Staatliche Kontrolle vs. Schutz vor Kriminalität

China steht immer wieder in der Kritik, nicht zuletzt werden der Volksrepublik in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2022 Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Tatsächlich wird auch der staatlichen digitalen Währung ein hohes Maß an Regierungskontrolle zugesprochen. Die Einführung des E-Yuan hat zur Folge, dass der Staat sämtliche Transaktionen der Bürger überwachen und kontrollieren kann. Steuerhinterziehung, Betrug oder Finanzierung unlauterer Geschäfte kann auf diese Weise nahezu vollkommen unterbunden werden.

Dezentrale Schlupflöcher, wie die Nutzung von Bitcoin und Co. möchte China als Republik natürlich entsprechend vermeiden. Die chinesische Zentralbank hat ein generelles Handelsverbot ausgesprochen und macht es damit praktisch unmöglich, dass chinesische Einwohner parallel Geschäfte mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen tätigen. Dieses ausgesprochene Verbot hat Folgen, darunter unter anderem einen historischen Absturz des Bitcoins.

E-Yuan mit Kryptowährungen nicht vergleichbar

Die Vorstellung, dass China eine eigene Form des Bitcoins erschaffen hat, ist zwar präsent, aber gänzlich falsch. Der Bitcoin zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er vollkommen anonym genutzt werden kann und es keine Möglichkeit der staatlichen Regulierung gibt. Der E-Yuan hingegen ist vollkommen offengelegt, die Behörden können sämtliche Transaktionen der Bürger überwachen und sogar überprüfen, wer an welchem Tag, in welchem Geschäft einkaufen geht.

Die Akzeptanz des E-Yuan ist bislang verhalten, rund zwei Prozent der Transaktionen stammen aus dem globalen Markt. Statt bereits große Summen zu investieren, blicken die anderen Länder derzeit eher gespannt auf China, um aus der eventuellen Vorreiterrolle lernen zu können. Die Stimmen sind gemischt, es werden stellenweise Angriffe auf die Dominanz des Dollars befürchtet. Finanzexperten sind sich aber einig, dass der E-Yuan keine Gefahr für den Dollar darstellt, wohl aber die Schaffung virtueller Währungen auch in anderen Ländern beschleunigen kann.

Welche Vor- und Nachteile haben digitale Währungen für Konsumenten

Die Vorteile der digitalen Währung werden vor allem in der gesteigerten Sicherheit gesehen. Geldwäsche, die Fälschung von Bargeld, illegale Transaktionen – all das wird mit einer Währung, die von staatlicher Hand kontrolliert wird, deutlich erschwert. Noch immer spielt sich ein hoher Anteil an Kriminalität auf dem Finanzmarkt ab, sehr zum Unmut der Staaten. Steuerhinterziehung verursacht jedes Jahr Milliardenschäden, die Resonanz der Steuerfahnder ist dagegen eher gering.

Durch verstärkte Kontrolle, die mittels digitaler Währung möglich ist, ließe sich der Steuerbetrug auch in der westlichen Welt auf ein Minimum drücken bzw. gänzlich unterbinden. Darin wird einer der größten Vorzüge gesehen. Finanzexperten auf der ganzen Welt sind sich sicher, dass Bargeld eine immer geringere Rolle in der Zukunft spielen wird und dass der Zeitpunkt der gänzlichen Abschaffung bereits in nicht allzu ferner Zukunft gekommen sein wird. Schon heute setzen Konsumenten vermehrt auf digitale Zahlungsdienstleister.

Kritik gibt es vor allem in Sachen Datenschutz, wobei hier China nicht mit Ländern wie Deutschland vergleichbar ist. China übt als Staat starke Kontrolle auf die Einwohner aus, hierzulande wäre eine solche staatliche Kontrollinstanz nur schwer mit dem Recht auf Anonymität und Datenschutz vereinbar. Doch führende Banken sind auch hier bereits seit vielen Jahren in der Planung und Entwicklung von digitalen Währungen. Die Europäische Zentralbank hat auch in Deutschland bereits mit einem zweijährigen Pilotprojekt zur Einführung des digitalen Euros begonnen. Ziel ist vor allem, die Vormachtstellung des Bitcoins zu unterdrücken, da staatliche Eingriffe hier nicht möglich sind.