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Shoepassion – so wird Leidenschaft perfekt in Szene gesetzt

Gabriel Wohlfahrt an 7. Februar 2013 - 16:50 in e-Commerce Highlights, Mode
ShoePassion

ShoePassion ~ Leidenschaft perfekt in Szene gesetzt (© ShoePassion)

Was ist ein Fetisch? Ist es die Kombination aus Farben und Formen, die magische Erfüllung verheißen? Schemata aus unserem Unterbewusstsein, Stereotype, die möglicherweise in einer Art Totem oder einem Talisman wiederentdeckt werden? Sie erinnern uns mit ihrer unscharfen Ähnlichkeit doch daran, dass wir beinahe etwas vergessen haben, oder noch komplizierter, das wir entgegen aller alltäglichen Beobachtungen doch ein Unterbewusstsein besitzen.

So wird beispielsweise, laut einer Internetenzyklopädie, die man nicht verwenden sollte um eine Doktorarbeit zu schreiben, Retifismus, allgemein als Schuhfetisch bekannt, als eine sexuelle Devianz verstanden, bei der eben jene Schuhe als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dienen.

Fühlen Sie sich ertappt? Nicht schlimm. Schließlich ist dieser Hang, Schuhe zu begehren kein Verlangen, das irgendwelchen Schaden anrichten könnte. Allerhöchstens dem eigenen Portemonnaie oder den Augen des Betrachters. Aber das bleibt zum Glück Geschmackssache.

Wo sind also die Orte im Internet, die der Retifisten Herz und Fuß berühren?

Wer mit dem bisher genanntem Hang zufällig die Seite www.shoepassion.de aufruft, muss sich zwangsläufig ertappt fühlen. Alle dort gezeigten Exponate glänzen so, als müsste man Straßenstaub noch erfinden. Ja, der Schuh schreitet glänzend beinahe aus dem Bild der Startseite, dem Betrachter entgegen. Weiter noch fällt dem Web-Affiniciado auf, dass die Homepage mit einer selten so gesehenen Aufgeräumtheit fast erschlägt. Sämtliche Bilder sind größer als von vergleichbaren Seiten, der Raum dazwischen unendlich weißer als #ffffff uns bisher schien. Der schlichte Inhalt des inneren der Webseite spannt den Bildschirm fast aus. Natürlich, bei diesen Schuhen laufen auch die Augen mit, und hier haben sie sogar die Chance zu überlaufen.

Business-Class Schuhe

Business-Class Schuhe ~ Edel, klassisch (© ShoePassion)

Doch was genau bietet uns Shoepassion eigentlich mit diesen Hochglanz- JPGs eigentlich an? Eine Antwort darauf erfährt jeder Interessierte mit ein wenig hin- und her scrollen. Die Seite richtet sich, entgegen aller hier geschürten Erwartungen, an die Zielgruppe Mann. Shoepassion macht es sich zur Aufgabe, nicht nur den Schuhfetisch zu befriedigen, sondern auch den Fuß des Mannes qualitativ und hochwertig zu bekleiden.

Natürlich ist der Passion-Schuh kein Turnschuh, sondern eher Business-Class, alles in allem Edel und klassisch, gleichermaßen in Auswahl der Schnitte als auch der Materialien. Ob Derby oder Oxford, Boots, Slippers oder Mokassins oder, dann natürlich in der zeitlosen Edelvariante, tatsächlich als Sneaker. Es sind beinahe alle Klassiker und ein paar wenige Exoten mit im Sortiment.

Gleichzeitig zeichnet sich die Firma auch gleich als der Ursprung der schönen Stücke aus. Die Shoepassion-Ware wird, wie mittlerweile fast alle „Made in Europe“-Schuhmarken, im westlichsten Europa hergestellt. Nicht in Portugal, das, möchte man fast meinen, nur noch aus Schuhmachern und –Macherinnen besteht. Nein, in diesem Fall ist die Manufaktur irgendwo in Südostspanien beheimatet. „Manufaktur“ weist berechtigt auf einen nicht geringen Teil an Handarbeit hin, wie sogar das passende Video der Webseite bezeugen kann. In 210 Arbeitsschritten stellen kunstfertige Schuhmacher das vollendete Schuhwerk her, so lernt der Zuschauer in wenigen Minuten. Die Klaviermusik und Ambiente könnten einen cineastischer Historienschmöker einer Jane Austen Verfilmung nicht angenehmer gestalten. Man fühlt sich nicht nur eingesogen in die Welt des feinen Kunsthandwerks, nein, man ist auch durchaus geneigt, sich vorzustellen, durch den Besitz eines Shoepassion- Schuh ein Teil dieser Kultur zu werden.

Zugegeben- bei soviel Ambiente könnte der Namen der Manufaktur, die gleichzeitig den Online-Vertrieb darstellt, fast stören. Der Anglizismus wirkt wie ein derbes Understatement, gerade weil man sich in der glatten Ledersohle sogar durch die High Resolution-Bilder fast spiegeln möchte. Auf der Webseite findet man folgenden, sich vorab fast entschuldigende Absatz dazu:

„SHOEPASSION.com soll kein hipp klingender Anglizismus sein, der von pfiffigen Werbern für einen weiteren Abverkauf von billigen Herrenschuhen entwickelt wurde. Er definiert unsere Liebe.“

Doch pfiffig ist allemal, das die Webseite signalisiert, man stünde jenseits des flachen Kommerzes und proklamiere eher eine Art Philosophie. Weiter wird der Schuh sogar als Jahrhunderte altes Kulturgut geadelt. So gesehen stimmt all das, doch wäre es erst recht interessant zu wissen, auf welche lange Tradition Shoepassion schon blicken darf, doch dieser Fakt bleibt uns verborgen. Dennoch steht Shoepassion gerade, die Webseite gibt sich als Allrounder in Punkto Stilfragen und Beratung. Dresscode, der richtige Schuh zum Anzug, ein kundennaher Blog, der wiederum geschickt Stereotype rezipiert, als wäre die Schuhgeschichte nicht auch die Geschichte der eigenen Sozialisation. So wird dort stolz die Top 10 der Shoehistory präsentiert, unter anderem mit einem Bild des Sneaker-Models, das Marty McFly trug, als er in mit brennenden Reifen in die Zukunft und wieder zurück fuhr.

Beispielhaft wie die Webseite insgesamt ist also auch die Themenauswahl des Blogs, im besten Sinne nicht nur als Crossmarketing-Vehikel, sondern auch als Komplett-Einbettung des Schuhkultes und neben den Emotionen, die so retro wie sie sind gut funktionieren und im Auge des Betrachters ein leicht wohliges Schauern erzeugen. Also „the medium is the message“ im angenehmsten Sinne. Denn bei Shoepassion fühlt sich so nicht nur der gemeine Schuhfetischist zuhause, nein, auch alle, die sich für Produktdesign, Marketing und Strategien interessieren, dürften shoepassion.de mit mehr als nur einem wohl wollenden Lächeln honorieren.

Gabriel Wohlfahrt

Seit seinem Studium der technischen Redaktion beschäftigte sich Gabriel Wohlfahrt mit den Kommunikationsaspekten der Wissensvermittlung auf B2B- und B2C-Seite in Text und Bild. Durch seine breit gefächerten beruflichen Tätigkeiten ergänzt er sein journalistisches Spektrum um Aspekte aus der Betriebswirtschaft, Marketing, Public Relations, SEO und dem Digitalen Markt.

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5 Kommentare
  • 15. Februar 2013

    Parallel zu der Entstehung des Artikels habe ich zwei Bestellungen im Abstand von ca. einer Woche bei Shoepassion getätigt. Ich kenne den Shop seit einiger Zeit und allein die Produktpräsentation war mir einen „Versuch“ wert. Nun ergab sich die wunderbare Gelegenheit die Recherche mit (so hoffte ich) Vergnügen zu verbinden. Vorweg sei gesagt, Shoepassion hat mit mir einen neuen Stammkunden gewonnen. Über die eine oder die andere Kleinigkeit möchte ich aber auch noch ein Wort verlieren.

    Wenn man, so wie in diesem Fall, mit einer wirklich tollen Produktpräsentation auftrumpft, dann steigen die Kundenerwartungen. Man erhofft sich als Kunde (sicherlich ist es auch so beabsichtigt) einen Einkaufserlebnis, nicht bloß eine Lieferung. Dies bringt mit Sicherheit signifikante Umsatzsteigerungen, birgt allerdings auch Gefahr das die Kunden schon auf kleine, (oder sogar unbedeutende) Fehler empfindlicher reagieren. So erging es mir auch. :=)

    Bei beiden Bestellungen wollte ich einen Zeder-Schuhspanner bestellen – nicht in 42-43 vorrätig. Beim ersten Mal sage ich „kann passieren“, eine Woche später sollte es aber wieder vorrätig sein. Umso ärgerlicher wenn der „Ersatzkauf“ aus Buche nicht sauber verarbeitet wurde. Holzspäne im Schuh möchte ich auch nicht haben. Das Laden der Chat-Skripte auf der Webseite klappte auch nicht immer reibungslos was die Ladezeiten sporadisch verlängerte.

    Geliefert wurde erfreulicherweise binnen 36 Stunden. Pakete sind im CI des Unternehmens gestaltet, das macht sich gut. Der „freu mich“ Faktor stellt sich sofort ein. Bei dem ersten Paket, das Bürsten, Creme und Spanner beinhaltete, hat man den freien Platz mit Packpapier ausgefüllt – das ist halt funktional aber irgendwie gewöhnlich. Die zweite Bestellung beinhaltete ein Paar Schuhe und einen Schraubspanner. Wieder aus Buche. Der Schuhkarton selbst hätte auch nicht staubig sein müssen, die Spanner hat man, um Platz zu nutzen, neben den Schuhkarton gelegt.

    Wer jetzt denkt, dass ich mich über unbedeutende Kleinigkeiten auslasse, irrt gewaltig. (Bitte den ersten Absatz lesen) Und warum schreibe ich dann über diese „Lappalien“? Wer es noch nicht begriffen hat, bitte den zweiten Absatz lesen. Auf die Erwartungen, die man mit der Produktpräsentation geweckt hat, folgte eine prompte, saubere, schnelle Lieferung. Nur.

    An dieser Stelle könnte (sollte) man sich vielleicht einiges überlegen, um das Einkaufserlebnis zu vervollständigen.
    Ich werde in regelmäßigen Abständen testen, ob sich was getan hat – aus rein beruflicher Neugierde versteht sich. ;=)

    Antworten
    • 19. Februar 2014

      Ein Jahr später: Einiges hat sich geändert, nicht alles zum Guten!

      Seit meinem Eintrag ist nun ein Jahr vergangen und zur Feier des Tages ließ ich mir ein weiteres Paar Schuhe aus der Ackerstraße kommen. Bestellung habe ich am Freitag, den 14.02. gegen 19:45 getätigt. Darauf bekam ich wie üblich eine Bestellbestätigung. Die Lieferung bekam ich am Dienstag gegen 12. Das ist zügige Lieferung, immerhin lag das Wochenende dazwischen.
      Und ja, dazwischen? Nix! Nista! Nada! Niente! Kein „Ihre Bestellung wurde versendet“ oder „Ihre Sendungsnummer lautet“ oder was man so kennt. Funkstille!

      Milde gesagt ist sowas suboptimal. Die Informationen über den Bearbeitungsstand und/oder Versand halte ich für unverzichtbar – die Zeit ist kostbar und es ist immer gut wenn man als Kunde Möglichkeit hat mindestens abzuschätzen wann die Lieferung erfolgt. Ich habe zu meinem Nachbarn ein recht gutes Verhältnis, bezweifele jedoch das das überall so ist.

      Ein Blick in mein Kundenkonto bei Shoepassion (Stand: 18.02.2014 19:45) offenbart noch einiges mehr. Dort sind 5 Bestellungen aufgezeichnet, wobei die letzten zwei gar keinen „Bestellstatus“ anzeigen. Die vorherige Bestellung ist vom Dezember, die Schuhcreme ist bald verbraucht. :=) Also, da funktioniert etwas nicht. Ist das bis dato jemandem aufgefallen? Das Problem ist offensichtlich nicht von gestern. ;=)

      Und wenn ich schon beim Thema Shop bin – der könnte einen frischen Anstrich vertragen. Durch den Zuwachs an Modellen sprängt der Shop den Rahmen der bis dato so wunderbar funktioniert hat. Entweder neue Sortiermöglichkeiten müssen hier (z.B. „Schuhspitze rund / spitz /…“, „Oxford, Blucher,…“) oder (für das Konzept besser) weitere, vorsortierte Übersichten nach demselben Kriterien.

      Die neuen Bilder in den Übersichtsseiten sind kleiner. Nein. Das stimmt nicht. Die sind zu klein! Welches gestalterische Genie hat das zu verantworten? Über die gewählte Perspektive sollte man vielleicht auch einen Plausch abhalten. Und…

      Und jetzt habe ich das Päckchen aufgemacht, halte das Kunstwerk der Schuhmacherkunst in den Händen und mir fällt ums verrecken nix worüber ich noch meckern könnte.
      Na dann. Bis zum nächsten mal!

      Antworten
      • 4. März 2014

        Lieber Herr LJepojevic,

        vielen Dank für Ihr umfangreiches Feedback zu Ihrem (wiederholten) Einkaufserlebnis bei uns mit all den positiven wie negativen Begleiterscheinung. Ich will kurz die Möglichkeit nutzen, auf die angesprochenen Punkte ein wenig einzugehen, denn entweder haben wir das bereits behoben oder werden es in naher Zukunft beheben. 😉

        Zum Tracking-Code: Machen wir tatsächlich immer und bei Ihrer ersten Bestellung vor einem Jahr haben Sie da auch einen von uns erhalten, nach Versendung des Pakets. Der Blick ins System hat mir aber leider auch verraten, dass bei der Bestellung vom 14.02 dies nicht geschah. Das System meldet da schlichtweg als Status zu der Versandbestätigung-Mail: Failed
        Ganz trocken, ohne weitere Nennung von Gründen, denn alle anderen Systemmails an Sie gingen reibungslos raus. Woran das in diesem Fall liegt, kann ich aktuell leider nicht sagen, habe dies aber einmal so an unsere Technik weitergegeben.

        Kundenkonto: Haben Sie absolut Recht. Während unsere Seite im Laufe der letzten vier Jahre die ein oder andere Renovierung erlebt hat, blieb dieser Bereich bisher unangetastet. Er ist nicht mehr zeitgemäß, müssen wir gar nicht weiter drüber reden, jedoch hab ich hier in meiner Testumgebung bereits das neue Kundenbackend vor Augen und kann dementsprechend für baldige Lösung versprechen. 😉

        Neue Bilder auf der Übersichtsseite: Hier muss ich noch mal nachfragen. Welche Bilder meinen Sie da genau? Waren die Schuhe in der Kreuzansicht zu sehen auf der Übersichtsseite wie hier http://cdn.shoepassion.de/catalog/product/s/h/shoepassion_543-05.0.jpg oder erschienen dort jeweils Einzelexemplare in der 45 Grad Ansicht wie hier: http://cdn.shoepassion.de/catalog/product/s/h/shoepassion_543-01.0.jpg
        Gerade der Einzelschuh kann dementsprechend ein wenig kleiner wirken – jedoch ist mir von einer Größenveränderung der Bilder auf den Übersichtsseiten nichts bekannt (dafür dagegen die neue 360Grad-Ansicht von jedem Schuh)

        Durch solch klar formuliertes Feedback können wir nur besser werden, daher an dieser Stelle noch einmal Danke. 😉

        Beste Grüße aus der Ackerstraße

        Tobias Börner

        Antworten
        • 4. März 2014

          Hallo Herr Börner,

          es waren Einzelexemplare zu sehen. Hier ist vielleicht nicht nur die Größe entscheidend sondern noch mehr der Aufnahmewinkel bzw. die Perspektive. Was mich dabei gestört hat, ich habe nicht immer auf den ersten Blick die Form erkennen können bzw. auseinander halten können. Dies bewirkt wiederrum das ich die Seite nicht mehr so entspannt betrachte, sondern mich ab und zu anstrengen muss um zu erkennen ob normal rund oder z.B. längliche Form. Sicher ist die tatsächliche Größe unverändert – hier geht es um subjektiven Eindruck der dadurch ensteht.

          Die Kreuzansicht ist meiner Meinung nach besser, bietet mehr Informationen und ersparrt den einen oder den anderen Klick. Ich bin selten Feuer und Flamme für irgendwelche „Trends“ aber „mehr“ und vor allem „größere“ Bilder, befürworte ich voll und ganz.

          Mit freundlichen Grüßen
          Z.LJepojevic

          Antworten
  • 12. April 2013

    Empfehlenswertes Artikel von Matthias Hell „Shoepassion.com nutzt das Store-Geschäft zur Markenbildung“ ist bei Shopanbieter nachzulesen. Zitat:

    „So wie sich das E-Commerce-Modell von Shoepassion.com von anderen Internet-Anbietern unterscheidet, die mit Massenware handeln und dabei ausschließlich preisbezogen agieren, so setzt sich auch die Herangehensweise des Unternehmens an das Store-Geschäft von den stationären Aktivitäten anderer Onlinehändler ab.“

    http://www.shopanbieter.de/news/archives/6999-local-heroes-shoepassion.html

    Antworten

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