E-Privacy-Verordnung stellt Web-Analyse-Tools auf den Prüfstand

Guter Support ist entscheidend

Vor dem Hintergrund eines strengeren Datenschutzes, etwa durch die E-Privacy-Verordnung, überdenken viele Marketing-Verantwortliche den Einsatz ihrer aktuellen Web-Analyse-Software. Manche ziehen sogar einen Anbieterwechsel in Erwägung. nexoya, Anbieter einer Lösung für KI-basierte Optimierung von digitalen Marketing-Kampagnen, hat im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule Luzern nachgefragt: Welche Erwartungen haben Marketing Experten an ihre Web-Analyse-Tools und welche Faktoren veranlassen sie zu einem Produktwechsel? Häufig entscheiden der Preis des Produktes und die Qualität des Supports darüber, auf welche Software die Wahl fällt. Mit einem gut organisierten Onboarding-Prozess und zuverlässigem Support können Anbieter zudem wechselwillige Kunden überzeugen. Marketing-Experten sind dann zufrieden, wenn sie ein schlankes Produkt nutzen können, das analysebasierte Erkenntnisse und leicht verständliche Visualisierungen kombiniert. Die Befragten wünschen sich detaillierte Datenanalysen und ein maßgeschneidertes Berichtswesen, wollen externe Tools integrieren und legen großen Wert auf Benutzerfreundlichkeit, Einfachheit und eine intuitive Bedienung. Für viele Anwender ist offenbar die Komplexität der Produkte das Problem. Einfachheit sollte daher die Antwort der Anbieter von Marketing-Software auf die Ergebnisse der Befragung sein.

Professionelle Anwender von Software für die Web-Analyse, wie zum Beispiel Google Analytics, Matomo oder Adobe Analytics, sehen sich 2021 mit wichtigen Themen konfrontiert. Die Anforderungen an den Datenschutz sind bereits seit Inkrafttreten der DSGVO hoch. Aktuell ist in der EU zudem eine Einigung bei der E-Privacy-Verordnung absehbar. Sie soll unter anderem den Umgang mit Metadaten und Cookies in der elektronischen Kommunikation regeln. Gleichzeitig werden die Tools komplexer und neue Anbieter drängen auf den Markt. All dies führt dazu, dass Anwender eher bereit sind, neue Produkte auszuprobieren und gegebenenfalls zu wechseln.

„Wir hören seit langem im Markt, dass die sich stark verändernden Datenschutzrichtlinien, insbesondere in Zusammenhang mit der kommenden E-Privacy-Verordnung, viele Marketingentscheider dazu bringen, sich im Bereich Webanalyse umzuorientieren – hier konnten wir mit unserer Befragung etwas Licht ins Dunkel bringen”, sagt Marco Hochstrasser, Mitgründer und CTO von nexoya.

Die Studie beantwortet unter anderem folgende Fragen: Wie zufrieden sind Marketing-Experten mit ihrer Web-Analyse-Software? Welche Faktoren sind bei der Auswahl eines Produkts entscheidend? Auf welche Funktionen legen die Anwender besonderen Wert? Was gibt den Ausschlag für einen Wechsel?

Guter Support ist entscheidend

Geht es darum, eine Web-Analyse-Software auszuwählen, so ist für über 83 Prozent der Befragten der Preis ein sehr wichtiger oder wichtiger Faktor. An zweiter Stelle folgt die Qualität des Supports mit fast 75 Prozent. Für mehr als 63 Prozent ist die Möglichkeit, die Software zu personalisieren, ein wichtiger Faktor bei der Auswahl eines Anbieters. Gut 68 Prozent würden sogar wechseln, wenn der Support sie nicht überzeugt. Für rund 90 Prozent der Befragten sind Probleme mit dem Produkt und für knapp 60 Prozent die Qualität des Onboarding-Prozesses ein möglicher Grund für einen Wechsel.

Mögliche Gründe für einen Wechsel

Mögliche Gründe für einen Wechsel

Marketing-Experten wollen ihre Daten besser verstehen

Die Befragten gaben auch Auskunft darüber, welche Funktionen ihrer aktuellen Web-Analyse-Software für sie am wertvollsten sind und welche sie vermissen: Rund 44 Prozent der Befragten gaben an, nichts zu vermissen. Den übrigen Befragten fehlten vor allem drei Eigenschaften ihrer Software: Einfachheit, intuitives Design und Datenvisualisierung mit 11 Prozent, gefolgt von einer tiefgreifenden Datenanalyse mit 8 Prozent und maßgeschneiderten Analysen und Berichten mit 5 Prozent. Bei den wichtigsten Eigenschaften der Tools steht für die Mehrzahl der Nutzer die Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle. 44 Prozent der Befragten gaben dies als Antwort. Dicht dahinter liegt die Möglichkeit, Analysen durchzuführen, um Details zu Herkunft und Verhalten der Website-Besucher zu erfahren: So legen zum Beispiel 38 Prozent der Befragten Wert auf eine aussagekräftige Web-Traffic-Analyse, 21 Prozent wünschen sich generell mehr Einblick in ihre Daten. Dies zeigt, wie wichtig es für ein erfolgreiches Marketing ist, Daten besser zu verstehen, den organischen und bezahlten Traffic zu überwachen und mehr über die Entwicklung des Traffics auf der Website zu erfahren.

„Einfachheit, Benutzerfreundlichkeit und ein guter Support stehen ganz oben auf der Wunschliste der Anwender. Wir gehen davon aus, dass der Wunsch nach einer detaillierten Datenanalyse zusammen mit einem maßgeschneiderten Berichtswesen und der Anforderung, externe Tools zu integrieren, zu einer hohen Komplexität des gesamten Web-Analyse-Systems führt. Schauen wir auf die Ergebnisse, so liegt der Schluss nahe, dass diese Komplexität für viele Benutzer das Problem bleibt. Die Antwort der Anbieter auf unsere Befragung sollte daher Einfachheit sein“, sagt Olga Zhukova, Marketing-Expert bei nexoya und Autorin der Studie.

„Im Studiengang MScBA Online Business and Marketing am Departement Wirtschaft der Hochschule Luzern sind wir stolz auf die Ergebnisse der Arbeit unserer Studierenden in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie nexoya. Die aktuelle Untersuchung, die ursprünglich auf der Masterarbeit unserer Studentin basierte, beleuchtet die wichtigsten Trends in der Nutzung von Web-Analytics-Software“, sagt Douglas MacKevett, Head of Major MScBA Online Business and Marketing, Hochschule Luzern.

Die Studie „Will Marketeers change their Web Analytic Software in 2021?“ basiert auf den Angaben von 487 Befragten aus Europa mit Erfahrung im Digitalen Marketing und in der Arbeit mit Web-Analyse-Software.