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ThreatMetrix Cybercrime Report: Bedrohung durch automatisierte Cyberattacken nimmt zu

Redaktion an 6. März 2019 - 14:21 in e-Commerce Recht & Sicherheitsfragen
Seyfi Günay

Seyfi Günay

ThreatMetrix, eine End-to-End-Plattform für digitale Identitäten, hat gestern seinen Cybercrime Report für das zweite Halbjahr 2018 vorgestellt. Aus dem Bericht geht hervor, dass Online-Betrüger verstärkt auf automatisierte Schadprogramme, sogenannte Bots, setzen, um Kundendaten zu stehlen und Gelder abzuschöpfen.

Das firmeneigene Digital-Identity-Netzwerk hat zwischen Juli und Dezember vergangenen Jahres 17 Milliarden digitale Transaktionen verarbeitet und auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft. 244 Millionen „menschengemachten“ Cyberattacken stehen dabei drei Milliarden automatisierte Bot-Angriffe gegenüber – eine beachtliche Diskrepanz, die ThreatMetrix auf immer ausgeklügeltere Angriffstechniken von Cyberkriminellen zurückführt. Bei der Erstellung von Accounts verzeichnete das Digital-Identity-Netzwerk die höchste Angriffsrate. Im Schnitt wurde einer von acht neu angelegten Accounts als betrügerisch abgelehnt. Dem Cybercrime Report zufolge nutzen Kriminelle bevorzugt Streamingdienste, Glücksspielanbieter und Online-Dating-Apps sowie soziale Medien, um die gestohlenen Zugangsdaten zu testen.

Seyfi Günay, Seniordirektor für Finanzkriminalität und Terrorismus bei LexisNexis Risk Solutions: „Cyberkriminelle sind Meister-Manipulatoren mit ständig wechselnden Taktiken. Sie passen ihre Angriffsmuster fortlaufend an neue Gegebenheiten an und sind stets auf der Suche nach Schwachstellen in der Cyberabwehr von Unternehmen“.

Firmen müssen vor diesem Hintergrund in der Lage sein, digitale Identitätsinformationen individuell für jeden Benutzer zu erheben. Dadurch können Abweichungen vom üblichen Kundenverhalten nahezu in Echtzeit erkannt werden – und Zeit ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Abwehr von Cyberattacken geht.

Hohe Zunahme von Bot-Angriffen im E-Commerce-Sektor

Mit 2,1 Milliarden abgewehrten Bot-Angriffen leidet vor allem der E-Commerce-Sektor unter Cyberattacken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben Bot-Angriffe auf Onlinehändler um 142 Prozent zugenommen. Häufig machen Bot-Attacken einen höheren Anteil im täglichen Transaktionsvolumen von Onlinehändlern aus als Transaktionen echter Kunden, was es für Onlinehändler umso schwieriger macht, Verbrauchern ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten.

Eine der größten Herausforderungen für E-Commerce-Händler, insbesondere an traditionell umsatzstarken Tagen wie Black Friday und Cyber Monday, besteht folglich darin, eine Balance zwischen der Gewährleistung unkomplizierter Authentifizierungsprozesse und der Aufrechterhaltung effektiver Cyberabwehrmaßnahmen zu finden. Dieser Balance-Akt kann mitunter seltsame Blüten treiben und dazu führen, dass ein höherer Prozentsatz an betrügerischen Bestellungen akzeptiert wird, um sicherzugehen, dass Aufträge echter Kunden nicht übersehen werden.

Auch der Finanzsektor bleibt von Cyberattacken nicht verschont

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 haben Kontoübernahmen auf Mobilgeräten zwischen Juli und Dezember vergangenen Jahres um 107 Prozent zugenommen, insbesondere in den USA, Kanada und Brasilien. Ein Grund dafür liegt in der wachsenden Beliebtheit mobiler Zahlungsfunktionen: Weltweit gingen 61 Prozent der von ThreatMetrix verarbeiteten Transaktionen von einem Smartphone oder Tablet-PC aus.

Fintechs sind ebenfalls von der wachsenden Umtriebigkeit von Cyberkriminellen betroffen. Dem Bericht zufolge gehen 8,8 Prozent der Cyberattacken im Fintech-Bereich auf Identitätsdiebstahl zurück. Im Finanzdienstleistungssektor machte der Diebstahl personenbezogener Daten dagegen lediglich 4,2 Prozent aller Cyberangriffe aus.

Die Cybersicherheitsmaßnahmen im Finanz- und vor allem im E-Commerce-Sektor haben sich in den vergangenen Jahren zwar erheblich verbessert, aber da geht noch mehr. Neue Technologien, die beispielsweise darauf abzielen, Kunden zur Preisgabe persönlicher Daten zu verleiten, halten die Branche auf Trab. Anstatt lediglich auf immer neue Bedrohungen zu reagieren, sollten Onlinehändler ihre Prioritäten überdenken und aktiv Maßnahmen ergreifen, um Kriminellen stets einen Schritt voraus zu sein.

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