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Fake-Shops locken Online-Käufer in die Falle

Redaktion an 3. Januar 2020 - 12:02 in e-Commerce Recht & Sicherheitsfragen
Gefahr beim eShopping: Fake-Shops locken Online-Käufer in die Falle

Gefahr beim eShopping: Fake-Shops locken Online-Käufer in die Falle

Die Lust am Schenken ist das Schönste – nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern auch zu Geburtstagen oder Jubiläen. Das wissen auch Betrüger. Nicht umsonst mehren sich gerade in der Festsaison und zum Jahreswechsel die Warnungen vor Fake-Shops im Internet. Wie die Kölner Digitalberatung wdp in einer aktuellen Untersuchung nun herausfand, ist diese Gefahr weit größer als bisher gedacht: Die Digitalspezialisten identifizierten über 16.000 mutmaßliche Fake-Shops.

Unter dem Titel „Fake-Shops – der systematische Betrug mit abgelaufenen .de-Domains“ deckt wdp eine häufige Masche der Täter auf: Diese übernehmen auslaufende Domains bekannter deutscher Parteien, Unternehmen und Marken, um deren Bekanntheit für ihre Fake-Shops zu nutzen. Über die unseriösen Onlineshops generieren die Betreiber Bestellungen, die sie nur mit minderwertiger Ware oder eben gar nicht bedienen und verdienen so an den geleisteten Vorab-Zahlungen jährlich Millionen von Euros. Zudem nutzen sie oft auch die im Kaufprozess ausspionierten Daten für betrügerische Zwecke.

Eigentlich dürfte ein Betrug mit ausgelaufenen de-Domains gar nicht möglich sein, da die DENIC eG für deren Vergabe in Deutschland verantwortlich ist und jede neue Anmeldung anhand festgelegter Richtlinien prüfen sollte. Doch die Verantwortlichen werden dieser Pflicht nicht gerecht. Sie bekämpfen weder die Ursache des Problems noch bieten sie Hilfe für Betrugsopfer an.

„Die Lösung des Problems wäre einfach: Die DENIC müsste nur ihre eigenen Richtlinien zur Registrierung von Domains konsequent umsetzen“, ordnet Christoph Nichau, geschäftsführender Partner von wdp, ein.

Damit mutmaßliche Fake-Shops die Freude am Schenken nicht verderben, hat wdp aus den Erkenntnissen 10 Warnsignale erarbeitet, an denen Nutzer etwaige Fake-Shops erkennen können:

  1. URL passt nicht zum Seiteninhalt
  2. URL enthält nach dem „.de“ weitere Elemente, z. B. „.de.cn“
  3. Krumme Preise und ungewöhnlich hohe Rabatte, die sich nicht z. B. durch Lagerrestbestände erklären lassen
  4. Markenprodukte zu außergewöhnlich niedrigen Preisen
  5. Schlechte Übersetzungen, viele Rechtschreibfehler oder „Dummy-Texte“
  6. Fehlendes oder unvollständiges Impressum
  7. Keine Infos zu Datenschutz, Widerrufsbestimmungen oder Versandkosten
  8. Nur Vorkasse und/oder Kreditkartenzahlung – oder Fehlermeldung bei Auswahl anderer Zahlungsmethoden (z. B. Paypal)
  9. Keine sichere Verbindung (https) – kein SSL-Zertifikat
  10. Unbekanntes Trust-Siegel oder bekanntes, aber nicht verlinktes Trust-Siegel

Ist man sich unsicher, ob der Shop seriös ist:

  • archive.org zurate ziehen: Wie lange gibt es den Shop schon? Welche Inhalte haben sich früher auf Seite befunden?
  • Name URL + „Erfahrung“ googlen
  • Leider nicht mehr möglich: Registrierungsdaten der DENIC nutzen, da wegen der DSGVO keine Daten mehr zum Inhaber der Domain herausgegeben werden

wdp untersuchte 29.406 Domains, die die verdächtigen Technologien Opencart, osCommerce und Zen-Cart nutzen. 280 Shops wurden manuell von den Digital-Experten überprüft. Das Ergebnis: 159 Shops (57 Prozent) zeigten die typischen Anzeichen für Fake-Shops, hochgerechnet ergaben sich daraus 16.761 verdächtige Angebote. Inwiefern es sich dabei tatsächlich um Fake-Shops handelt, müsste durch Testkäufe verifiziert werden. Die identifizierten Indizien liefern jedoch eindeutige Hinweise darauf, dass es sich bei diesen untersuchten Shops tatsächlich um betrügerische Fakes handelt.

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