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Das neue ElektroG2 – alles Wissenswerte für Online-Händler im Überblick

Redaktion an 11. Mai 2017 - 18:54 in e-Commerce Recht & Sicherheitsfragen
Die Rücknahmepflicht für Händler ist durch das ElektroG2 konkretisiert worden

Die Rücknahmepflicht für Händler ist durch das ElektroG2 konkretisiert worden (© Unsplash – pixabay.com)

Die verpflichtende Rücknahme von Elektrokleingeräten wird neu geregelt: Das ElektroG2 bringt eine ganze Reihe von Veränderungen mit sich, die Online-Händler unbedingt beachten müssen. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen in Kombination mit nützlichen Tipps für die Umsetzung in der Praxis.

Bereits seit 24. Oktober 2015 sind Händler zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Weil die Geräterücknahme bisher eher schleppend verlief, werden die gesetzlichen Bestimmungen jetzt verschärft: Wer seiner Rücknahmepflicht nicht nachkommt, muss ab dem 1. Juni 2017 mit einer Geldstrafe rechnen. Abhängig vom jeweiligen Fall werden Bußgelder von bis zu 100.000 Euro verhängt, was die Tragweite des neuen Gesetzes zeigt. Der zugehörige Gesetzesentwurf wurde bereits im Dezember 2016 im Bundestag verabschiedet und betrifft sowohl stationäre Ladengeschäfte als auch Online-Händler.

Wie ist die Rücknahme konkret geregelt?

Die Rücknahmepflicht für Händler ist durch das ElektroG2 konkretisiert worden: Kleine Elektrogeräte mit einer maximalen Kantenlänge von 25 Zentimetern müssen unentgeltlich angenommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät beim jeweiligen Händler gekauft wurde oder nicht. Größere Elektrogeräte müssen hingegen nur dann zurückgenommen werden, wenn der Kunde im Gegenzug ein vergleichbares Neugerät kauft. Darüber hinaus geht das ElektroG2 mit ergänzenden Auflagen einher: So müssen die Händler eine Rücknahme in zumutbarer Entfernung garantieren, was speziell im Bereich E-Commerce problematisch sein kann.

Wer ist betroffen und wie lassen sich die Auflagen umsetzen?

Selbst Händler ohne eigene Lagerfläche sind von der Rücknahmepflicht betroffen: Einzige Voraussetzung ist, dass die gemieteten oder gepachteten Lagerflächen eine Mindestgröße von 400 m² haben. Dieser Richtwert gilt ebenfalls für Händler, die ihre Waren über einen Online-Marktplatz vertreiben. Abhängig vom jeweiligen Produkt können somit auch Teilnehmer vom Amazon FBA-Programm betroffen sein. Um die Richtlinien vom ElektroG2 einhalten zu können, müssen Händler ein Rücknahmesystem einführen: Zu diesem Zweck empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, die sich auf die Annahme von Altgeräten spezialisiert haben. Dienstleistungen wie die Implementierung eines Rücknahmenetzwerkes, Anmeldung und Registrierung bei der Stiftung EAR übernimmt WEEE Return, das Joint Venture der Remondis Electrorecycling GmbH und EGR Elektro-Geräte Recycling GmbH. Auf diesem Weg können Online-Händler viel Zeit und Nerven sparen, ohne die angedrohten Bußgelder oder Abmahnungen vom Wettbewerb befürchten zu müssen.

Abschließende Bemerkungen zum Thema ElektroG2

Insgesamt gesehen stellt das ElektroG2 den Online-Handel vor neue Herausforderungen: Wer im Bereich E-Commerce tätig ist und Elektrogeräte verkauft, sollte unbedingt den zugehörigen „Fahrplan“ im Blick behalten. Bis Mai 2017 müssen alle bereits zurückgenommenen Altgeräte bei der Stiftung EAR gemeldet werden. Ab dem 1. Juni 2017 gilt dann die neue Bußgeldverordnung, sodass schnelles Handeln gefragt ist. Eine umsichtige Planung beziehungsweise die Kooperation mit professionellen Dienstleistern sind dabei die wichtigsten Teilschritte, um das neue ElektroG2 befolgen zu können.

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