Statt täglicher Paketzustellung bevorzugen Verbraucher Lieferungen an zwei bestimmten Tagen in der Woche +++ Konsolidierung von Paketen verringert die logistischen Herausforderungen der „letzten Meile“ +++ Verbraucherumfrage der Carnegie Mellon University und Tata Consultancy Services.

7 von 10 Konsumenten (68 %) möchten Pakete nicht schnellstmöglich, sondern an zwei festgelegten Tagen in der Woche erhalten.

7 von 10 Konsumenten (68 %) möchten Pakete nicht schnellstmöglich, sondern an zwei festgelegten Tagen in der Woche erhalten. (© Bench Accounting on Unsplash)

Der Onlinehandel wächst seit Jahren und die Pandemie hat seine Verbreitung noch weiter beschleunigt. Üblich sind dabei tägliche Zustellungen durch Paketdienste. Dabei ist es gar nicht notwendig, die Bestellungen so schnell wie möglich auszuliefern, um die Kunden zufriedenzustellen. Das zeigt eine Umfrage der Carnegie Mellon University und des IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) unter 3.000 US-Konsumenten.

Große Zustimmung auch ohne Anreize

Die Forscher untersuchten, ob die Konsolidierung von Paketen – bei der mehrere Sendungen in einer einzigen Lieferung zusammengefasst werden – von den Verbrauchern akzeptiert wird. Mit überraschendem Ergebnis: Sieben von zehn Konsumenten (68 Prozent) würden auf die schnellstmögliche Lieferung von nicht lebensnotwendigen Paketen verzichten und ihre Sendungen stattdessen lieber an zwei festgelegten Tagen in der Woche erhalten. Bietet man den Empfängern im Gegenzug dafür Anreize an, steigt die Bereitschaft weiter: 75 Prozent der US-Verbraucher würden dem neuen Liefermodell im Tausch gegen ein Bonusprogramm mittels Kundenkarte zustimmen – 81 Prozent im Austausch für einen Geschenkgutschein.

Vorteile für die Empfänger

Für viele Menschen könnten konsolidierte Lieferungen tatsächlich bequemer sein. Die Konsolidierung von Paketen verringert das Risiko, Lieferungen zu verpassen. Durch die Zusammenfassung von Sendungen können Verbraucher auch besser planen. Das wird umso wichtiger, je mehr Menschen sich für hybride Arbeitsformen entscheiden, bei denen sie an bestimmten Wochentagen ins Büro gehen und somit die Tage wählen können, an denen sie zu Hause sind und Lieferungen entgegennehmen können. Außerdem erhalten die Verbraucher weniger Lieferungen, die ihren Tagesablauf unterbrechen.

Vorteile für die Zusteller

Aber auch die Paketdienste profitieren: Die Zustellung auf der letzten Meile, also vom Zustellzentrum zum Empfänger, macht einen Großteil der Gesamtkosten für den Versand aus. Doch jede konsolidierte Paketzustellung kostet den Spediteur nur 20 bis 40 US-Cent mehr als eine Standardzustellung, wie die Studie der Carnegie Mellon University und TCS zeigt. Konsolidierte Lieferungen sind also für die Paketdienste wesentlich billiger – immer vorausgesetzt, dass jeder Verbraucher mehr als ein Paket pro Lieferung erhält.

Darüber hinaus ergeben sich enorme Vorteile für die Umwelt. Die Konsolidierung von Paketen kann den Zustellunternehmen helfen, ihren CO2-Fußabdruck erheblich zu verringern. Denn weniger Lieferungen bedeuten weniger Kraftstoffverbrauch, weniger gefahrene Kilometer, weniger Emissionen und weniger Stau. Zudem hilft das Konzept, Nachfragespitzen zu bewältigen – zum Beispiel während der Weihnachtszeit.

Konzept mit globalem Potenzial

Zwar handelt es sich um eine US-Studie, die Forscher sind jedoch der Ansicht, dass auch in anderen Märkten ein großes Potenzial besteht. In Ländern mit viel Onlinehandel und hoher Bevölkerungsdichte biete das Konzept zahlreiche Vorteile. Städtische Regionen eignen sich besonders gut, da dicht besiedelte Gebiete beim derzeitigen Zustellungsmodell auf der letzten Meile besonders kostspielig sind.