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Risikoprävention in der Supply Chain: Breite Mehrheit der Unternehmen ohne ganzheitliches Risikomanagement

Grania Grözinger an 14. Januar 2020 - 11:00 in Logistik
Hermes Barometer ~ Risikoprävention in der Supply Chain

Hermes Barometer 11. ~ Risikoprävention in der Supply Chain

Obwohl eine deutliche Verschärfung der Gefährdungslage erwartet wird, betreiben nur vier von zehn Unternehmen ein ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Supply Chain. Das zeigt das 11. Hermes-Barometer zum Thema „Risikoprävention und Versorgungssicherheit in der Supply Chain“, einer Umfrage von Hermes Germany unter 200 Logistikentscheidern deutscher Unternehmen.

Im Vergleich zu den Ergebnissen des Barometers aus dem Jahr 2015 gibt es bei der Nutzung eines ganzheitlichen Supply Chain Risikomanagements nur marginale Abweichungen: Laut des aktuellen Hermes-Barometers betreiben derzeit 39 Prozent der Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz für ihre Lieferkette. Vor vier Jahren waren es bereits 37 Prozent der Befragten.

Verschärfung des Risikoumfeldes

Gleichzeitig geht jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) davon aus, dass das Beschaffungsmanagement ihres Unternehmens in Zukunft eine deutliche Verschärfung des Risikoumfeldes verzeichnen wird. 2015 stimmten dieser Aussage lediglich 41 Prozent der Logistikentscheider zu. Darüber hinaus sind 64 Prozent der Befragten der Meinung, dass auch die Informationsrisiken durch Hackerangriffe oder Computerviren eine zunehmende Bedrohung darstellen (plus 15 Prozent im Vergleich zu 2015).

Verschärfung des Risikoumfeldes

Hermes Barometer 11. ~ Verschärfung des Risikoumfeldes

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum nur so wenige Unternehmen eine ganzheitliche Risikoprävention und Bewältigung verfolgen“, sagt Jan Bierewirtz, CCO und Division Manager Commercial bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany. Bei der zunehmenden Komplexität von Lieferketten hätte man eine größere Zahl aktiver Unternehmen erwartet, so Bierewirtz.

Einzelmaßnahmen sollen Risiko minimieren

Ganz ohne Lösungen stehen die Unternehmen dennoch nicht da: 57 Prozent der befragten Unternehmen haben für Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Notfallplan erstellt. Jedes zweite Unternehmen verfügt darüber hinaus über ein Frühwarnsystem, um sofort auf mögliche Gefahren innerhalb der Lieferkette reagieren zu können. Zusätzlich nutzt ein großer Teil der Unternehmen bereits verschiedene Methoden und Maßnahmen, um Risiken innerhalb der Lieferkette vorab zu identifizieren: 70 Prozent der Befragten nutzen beispielsweise Bonitätsauskünfte. Auch Online-Recherchen (61 Prozent) oder Markt- und Wettbewerbsanalysen (60 Prozent) sind beliebte Mittel für die Risikoanalyse. Weniger beliebt sind spezielle Risikoanalyse-Softwares, sie werden nur durch 35 Prozent der Umfrageteilnehmer genutzt. Ebenso die Szenariotechnik bzw. Lückenanalyse, die von rund einem Fünftel der Befragten genutzt wird (22 Prozent).

57 Prozent der befragten Unternehmen haben für Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Notfallplan erstellt.

Hermes Barometer ~ 57 Prozent der befragten Unternehmen haben für Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Notfallplan erstellt.

„Hier sehen wir, dass die Unternehmen grundsätzlich an der Sicherung ihrer Supply Chain arbeiten. Die Nutzung der einzelnen Methoden ist im Vergleich zum Jahr 2015 in allen Bereichen insgesamt gestiegen“, kommentiert Bierewirtz die Ergebnisse.

Gründe für Prävention

Als sehr wichtige Gründe für die Risikoprävention innerhalb der Lieferkette identifizierte das Hermes-Barometer die Gewährleistung einer hohen Produktqualität (74 Prozent), die lieferantenseitige Einhaltung von Gesetzen (63 Prozent) oder die Sicherung der Versorgungssicherheit (57 Prozent). Weniger wichtige Gründe sind für 37 Prozent der Befragten die Einhaltung sozialer und ethischer oder ökologischer Standards durch die Lieferanten oder die Reduktion von Rohstoffpreisrisiken (27 Prozent). „Unternehmen sollten bedenken, dass Störungen oder gar Unterbrechungen der Supply Chain auch die Lieferkettenpartner empfindlich treffen können. Mit unangenehmen Folgen für alle Beteiligten. Unternehmen sind – speziell vor dem wachsenden Risikopotential – gut beraten, ihr Supply Chain Risikomanagement zu optimieren“, mahnt Bierewirtz.

Logistikdienstleister als Problemlöser

Für das Outsourcing des Supply Chain Risikomanagements sind Logistikdienstleister für die teilnehmenden Entscheider die erste Wahl – noch vor auf Risikomanagement spezialisierte Beratungsunternehmen. Nach Aussagen der Umfrageteilnehmer binden mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) ihre Logistikdienstleister hinsichtlich der Strategien zur Risikoprävention systematisch ein und stimmen sich regelmäßig mit ihnen ab.

Logistikexperten wie Hermes Germany unterstützen Unternehmen dabei, Optimierungspotenziale entlang der Supply Chain zu identifizieren und zu nutzen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Analyse werden vorhandene Prozesse untersucht und Handlungsempfehlungen sowie konkrete Maßnahmen für die Erhöhung der Effizienz innerhalb der Supply Chain ausgesprochen.

Das komplette Hermes-Barometer sowie mehr Informationen zum Thema Supply Chain Management und Logistik 4.0 finden sich im Hermes Supply Chain Blog. Hermes ist ein internationaler Handels- und Logistikdienstleister mit Sitz in Hamburg und Teil der Otto Group. Das Unternehmen ist führender Spezialist für handelsnahe Dienstleistungen und Partner zahlreicher Distanzhändler, Multi-Channel-Händler und Online-Retailer im In- und Ausland. Das Leistungsspektrum der unter der Marke Hermes operierenden Gesellschaften umfasst die gesamte Wertschöpfungskette des Handels, Sourcing, Qualitätssicherung, Transport, Fulfilment, Paketservice, Zwei-Mann-Handling und globale E-Commerce-Services. Im Geschäftsjahr 2018 erhöhte die Hermes Gruppe ihren Gesamtumsatz auf 3,20 Milliarden Euro. Hermes beschäftigt weltweit rund 15.500 Mitarbeiter und ist mit eigenen Paketgesellschaften in den wichtigsten europäischen E-Commerce-Märkten präsent.

Über die Umfrage
Teilnehmer: 200 Logistikentscheider
Methode: Telefonbefragung
Befragungszeitraum: Oktober 2019

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