eCommerce Anzeige
/ Payment / Betrug im Onlinehandel – Präventionsmaßnahmen, die jeder E-Retailer kennen sollte

Betrug im Onlinehandel – Präventionsmaßnahmen, die jeder E-Retailer kennen sollte

Yannick Decaumont an 18. April 2017 - 17:59 in Payment
Yannick Decaumont

Ein Gastbeitrag von Yannick Decaumont, Managing Director bei PAYMILL

Betrugsfälle bereiten dem Onlinehandel von seiner Geburtsstunde an Schwierigkeiten. Häufig geraten Konsumenten in betrügerische Fallen und schrecken deshalb vor neuen Online-Einkäufen, egal ob mobil oder auf dem Desktop, zurück. Wie der erst kürzlich veröffentlichte Masterindex von Mastercard zeigt, stellt die Angst, betrügerischen Aktivitäten zum Opfer zu fallen, die größte Hemmschwelle für Online-Einkäufe dar. Auf der anderen Seite werden Onlineshop-Betreiber selbst leicht Opfer von “Fraud”. Diese Betrugsfälle schaden dem E-Commerce also sowohl auf Anbieter- als auch auf Käuferseite und treiben die Verluste in Milliardenhöhe. Allein durch Chargebacks entstanden im Jahr 2016, nach einer Analyse von Invesp, weltweit Umsatzverluste von über 6 Milliarden Dollar. Viele Onlinehändler sind sich zwar dem Problem von Betrug in ihrem Business bewusst, nehmen das Thema jedoch nicht aktiv in die Hand und kennen die einzelnen Gefahrenquellen und vor allem die Gegenmaßnahmen nicht gut genug. Vor diesem Hintergrund folgen anbei drei zentrale Tipps zum Schutz vor Fraud im Onlinehandel:

Die eigenen Daten nutzen

Daten sind Wissen und Wissen ist Macht – dies gilt auch für die Vorbeugung von Betrugsfällen im E-Commerce. In den meisten Fällen führen die Maschen von Betrügern zu Zahlungsausfällen und verursachen deshalb hohe Kosten. Häufig könnte hier jedoch das frühzeitige Erkennen von kleinen Auffälligkeiten bereits helfen, um Betrüger noch vor einer Transaktion zu identifizieren. Viele Daten zeigen Muster auf, in denen betrügerische Aktivitäten vorab zu erkennen sind, so zum Beispiel die bisherigen Einkäufe eines Kunden, die durchschnittliche Verweildauer, die Wahl des Endgerätes oder das Kaufverhalten an sich. Diese Daten stehen den Onlinehändler ohnehin zur Verfügung. Über Datenanalyse-Tools und Machine Learning gilt es dann, bestimmte Muster sowie Schemata zu erkennen und zwischen betrügerischen und gewünschten Aktionen zu unterscheiden. Je mehr Daten in Risk Engines fließen, desto besser sind ihre Ergebnisse.

Das richtige Bezahlverfahren wählen

Die häufigste Form von Betrug im E-Commerce ist Eingehungsbetrug, bei dem der Konsument ein Produkt kauft, die Rechnung für dieses jedoch nicht bezahlen kann oder möchte. Die Abwicklung von Transaktionen mit gefälschten Identitäten folgt auf dem zweiten Platz. Um beide üblichen Betrugsarten vorzubeugen, ist ein Blick auf die im Onlineshop angebotenen Bezahlverfahren notwendig. Je mehr Bezahlverfahren, desto besser – dies gilt zumindest für den Kunden. Aus der Perspektive der Betrugsprävention sieht dies jedoch ganz anders aus. Zahlungen auf Rechnung, per Nachnahme oder Lastschriftverfahren bringen immer ein Risiko für den Onlinehändler mit sich. Vorkasse, giropay und SOFORT Überweisung hingegen schützen vor Verlusten. Der Kunde kann zwar durchaus auch hier eine Zahlung verweigern, die Ware wurde dann jedoch noch nicht versendet. Wichtig ist bei diesem Punkt, ein gesundes Mittelmaß zwischen Betrugsprävention und Freiraum für den Kunden, in puncto Auswahl an Bezahlverfahren, zu finden.

Den Rücken stärken lassen

Durch Payment Service Provider können Onlinehändler Maßnahmen zur Betrugsprävention in ihr System integrieren. Diese übernehmen nicht nur die Anbindung von verschiedenen Bezahllösungen, sondern bieten auch Updates, Sicherheitschecks und Verifizierungen an. Der Betrugsschutz setzt bei der Überprüfung der Kundendaten anhand einer weltweiten Blacklist an. Zudem erfolgt ein Abgleichen der Bank-Identifikationsnummer, um die Gültigkeit einer Transaktion zu überprüfen. Hinzu kommt die Integration von Sicherheitschecks der Kreditkartenorganisationen Visa und MasterCard mit 3D-Secure. Ein zusätzliches Passwort sorgt für mehr Schutz, sowohl auf Seite der Kunden, als auch bei den Händlern selbst. Durch diese Maßnahme werden unter anderem betrügerisch motivierte Chargebacks reduziert.

Fazit

Bei all den Maßnahmen ist es ein schmaler Grat zwischen einer guten User-Experience und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Die Gewährleistung beider Aspekte ist eine zentrale Herausforderung, vor der die Onlineshop-Betreiber stehen. Kommt es trotz jeglicher Präventionsmaßnahmen zu Betrugsfällen, sollten Onlinehändler vor allem eines tun: aktiv werden und vorausschauen. Dies bedeutet, Forderungsmanagement zu betreiben und Anzeige zu erstatten. Im ersten Schritt mag das nach zusätzlichen Kosten klingen, kann sich jedoch, langfristig gesehen, auszahlen. Schließlich sind es nicht nur Privatpersonen, die Onlinehändler um den Finger wickeln, sondern häufig organisierte Gruppen.  Auch wenn der Onlinehandel ein risikoreiches Distanzgeschäft bleibt, steigt die Anzahl an Initiativen und der technische Fortschritt zugunsten der E-Commerce Betreiber deutlich.

Yannick Decaumont

Yannick Decaumont ist PAYMILL Managing Director mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in internationalem Business Management in den weltweit agierenden Finanzinstituten UBS und Credit Suisse. Er arbeitete in London, Zürich, Genf und München und positionierte sich bei der Schweizer Firma Klik & Pay als Pionier und Experte für Fintech. Seine Kernkompetenz liegt in den Themen Fintech Innovation, Digital Banking, International Finance und Business Strategy.

More Posts

0 Kommentare beitragen

Senden Sie uns eine Mitteilung Hier

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×

Pin It on Pinterest

Share This