Für Online-Händler könnten sich durch Apple Pay auch Schwierigkeiten ergeben.

Für Online-Händler könnten sich durch Apple Pay auch Schwierigkeiten ergeben. (© Bloomua – Shutterstock.com)

Trotz des Rummels um Apple Pay sind die bisher bekannten Details keine große Überraschung. Echte Innovation ist das nicht, ähnliche Lösungen werden bereits von etablierten Bezahlanbietern angeboten. Zwar verfügt Apple in einigen Ländern über eine große Marktmacht, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten. Doch in Europa und vor allem Deutschland ist diese Dominanz nicht so ausgeprägt, weil der Markt stärker fragmentiert ist.

Da Apple Pay auch kein Industriestandard ist, wie etwa die EC-Karte, bleibt abzuwarten, ob sich dieser Dienst durchsetzt. Es gibt gute Gründe, das skeptisch zu sehen. Für Online-Händler könnten sich aber auch Schwierigkeiten ergeben. So könnte der Checkout-Prozess beim Händler umgangen werden und direkt über Apple ablaufen. Dann müsste auch die Auswahl der Versandoptionen über Apple erfolgen, genauso wie das Management von Retouren, Stornos und Gutschriften. Inwieweit Apple diese zusätzlichen Aufgaben schultern kann und will, bleibt abzuwarten. Für den Händler wäre es sicherlich besser, wenn Apple für sein Bezahlsystem Schnittstellen zur Verfügung stellen würde.

Die Markentreue ist unter Apple-Nutzern im Kern stärker als bei anderen Herstellern, aber gleichzeitig ist die Bereitschaft, neue Smartphones oder mobile Betriebssysteme zu nutzen, gerade bei jungen Leuten sehr ausgeprägt.

Dass Nutzer bei einem Wechsel auf Android oder Windows Phone ihren Apple Pay-Account nicht mitnehmen können, ist für viele sicher abschreckend. Ein echter Mehrwert gegenüber dem sehr gut funktionierenden, etablierten und komfortablen Zahlungssystem EC-Karte ist auch nicht zu erkennen. Im Gegenteil, man ist immer auf einen geladenen Akku angewiesen. Eine echte Alternative zur Brieftasche ist Apple Pay also nicht. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Apple durchsetzt. Es wäre ja nicht das erste Mal.

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