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Schwarmgeld für grüne Start-ups

Redaktion an 7. Oktober 2013 - 13:50 in e-Commerce News
Die Zahl "grüner" Start-ups wächst

Die Zahl „grüner“ Start-ups wächst

(von Peter Podjavorsek) Die Zahl „grüner“ Start-ups wächst. Doch gute Absicht allein reicht nicht zum Überleben. Nach einer erfolgreichen Gründungsphase fehlt vielen Unternehmen das Geld für den weiteren Ausbau. Eine Lösung ist Crowdinvestment – die Finanzierung durch Kleinanleger.

Das Prinzip ist einfach: Ein Start-up präsentiert seine Geschäftsidee samt Businessplan auf einer Plattform im Internet. Jeder Interessierte kann sein Geld dann in die junge Firma investieren und ist an späteren Gewinnen und am Erlös beteiligt, falls das Unternehmen verkauft wird. Crowdinvesting existiert erst seit wenigen Jahren, und es boomt. Allein in Deutschland haben sich die Investitionen in nur einem Jahr vervierfacht. Für 2014 rechnen Experten bereits mit einem Marktvolumen von 50 Millionen Euro.

Auch grüne Start-ups setzen zunehmend auf die Unterstützung von Kleinanlegern. Ihr Pfund: Sie locken nicht nur mit der Aussicht auf lukrative Renditen, sondern appellieren auch an das gute Gewissen. Investieren – und dabei Gutes tun. Das ist hip. PlugSurfing zum Beispiel, Europas größte Community für Elektromobilität, sammelte in kürzester Zeit 100.000 Euro ein. Auch das Start-up Sonnenrepublik, eine Plattform für modulare Stromversorgung, kam mühelos auf diese Summe.

Crowdinvestment bietet grünen Start-ups die Möglichkeit, aus der Not eine Tugend zu machen. Wie die meisten Jung-Unternehmen finanzieren sie sich anfänglich mit Geld von Freunden und Verwandten, hinzu kommen Fördermittel. Irgendwann stehen sie jedoch vor dem Problem, das Experten „Valley of Death“ nennen: Das Startkapital geht zur Neige, das Unternehmen kann aber noch nicht auf eigenen Beinen stehen und erwirtschaftet zu wenig Umsatz, um für Banken und Großanleger attraktiv zu sein. Crowdfinancing ist hier häufig die einzige Chance, diese Lücke zu schließen. Gleichzeitig bieten die grünen Investments fast jedem, der verantwortungsvolles, ethisches Wirtschaften fördern will, die Gelegenheit zur Beteiligung. Denn – abhängig von der Crowdinvestment-Plattform – können Investoren schon mit winzigen Summen dabei sein.

Die Liste der Crowdinvestment-Plattformen ist lang. Die bekanntesten sind Seedmatch, Innovestment und Companisto. Zunehmend treten aber auch Anbieter auf den Markt, die ausschließlich grüne oder nachhaltige Unternehmen fördern. Bettervest etwa investiert in Energieffizienzprojekte von Unternehmen, Sozialträgern, Vereinen und Kommunen. Green Crowding bietet Beteiligungen an Projekten zur Erzeugung erneuerbarer Energien.

Aktuell sucht WeGreen Investoren, um sein Handelsportal für nachhaltigen Konsum auszubauen.

Aktuell sucht WeGreen Investoren, um sein Handelsportal für nachhaltigen Konsum auszubauen.

Interessierte sollten sich allerdings bewusst sein, dass das finanzielle Engagement nicht ohne Risiken ist. Wie bei jeder Kapitalbeteiligung kann ein Teil oder auch die ganze Summe verloren gehen, wenn das Unternehmen nicht erfolgreich ist. Immerhin rund 40 Prozent der Firmengründer scheitern in den ersten fünf Jahren. Crowdinvesting ist deshalb nichts für den normalen Sparer oder die Al-tersvorsorge. Wer aber sein Geld für eine gute Sache investieren will und einen möglichen Verlust verschmerzen kann – der Schwarm macht es möglich. Aktuell sucht zum Beispiel WeGreen Investoren, um sein Informations- und Handelsportal für nachhaltigen Konsum auszubauen. Über 40.000 Personen nutzen das Portal bereits monatlich. Jetzt will das Unternehmen auch profitabel werden.

Autor: Peter Podjavorsek (peterpod(at)t-online.de)

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