Melanie Volkmann - Geschäftsführerin Sana Commerce Deutschland

Melanie Volkmann ~ Geschäftsführerin Sana Commerce Deutschland

Nachdem die Pandemie zu weitgehenden wirtschaftlichen Einbußen geführt hat, von denen auch die fertigende Industrie in hohem Maße betroffen war, sehen die Prognosen der Wirtschaftsweisen für das kommende Jahr zunehmend besser aus. Zu erwarten ist dabei, dass trotz der anhaltenden Lieferengpässe ein branchenübergreifender Aufschwung im Jahr 2022 einsetzen wird.

Welche Möglichkeiten Unternehmen haben, die Mehrwerte von Industrie 4.0 durch eine umfassende Strategie im B2B-E-Commerce zu maximieren, erläutert Melanie Volkmann, Geschäftsführerin von Sana Commerce in Deutschland:

„Nach mehr als anderthalb Jahren Ungewissheit und düsteren Prognosen scheint die deutsche Wirtschaft wieder einen Wachstumskurs aufzunehmen. Insbesondere die Vorhersage der Wirtschaftsweisen für 2022 ist dabei vielversprechend – immerhin rechnet man im gesamten Jahr mit einem Wachstum von 4,6 Prozent. Dennoch wird der Ausblick etwas getrübt, wenn man statt dem Gesamtbild die Situation einzelner Betriebe und Unternehmen etwas genauer untersucht.

Viele Unternehmen können derzeit gar nicht mit der vollen Kapazität produzieren, da aufgrund der globalen Lieferengpässe schlicht die Rohstoffe und Vorprodukte fehlen. Während vielerorts die geminderte Auslastung genutzt wird, um die Digitalisierung der Industrie voranzutreiben, verpasst die eher konservative Wirtschaft im deutschsprachigen Raum zusehends die Chance sich wettbewerbsfähig für die Zukunft aufzustellen.

Neben Industrie 4.0 in den Fertigungshallen sollte in diesem Rahmen auch die Digitalisierung der Vertriebsstruktur für die fertigende Industrie im Vordergrund stehen. Die Pandemie hat gezeigt, dass der E-Commerce auch im B2B-Bereich die Grundlage der künftigen Geschäftsbeziehungen sein wird. Darüber hinaus sollten sich Unternehmen bereits heute mit einem eigenen Omnichannel-Ansatz auseinandersetzen – denn nur so können sie in Zukunft sowohl traditionelle Einkäufer wie auch Digital Natives als Kunden erreichen. Aufgrund dessen sollten Unternehmen der fertigenden Industrie die Relevanz dieses Themas nicht außer Acht lassen, um auch in Zukunft weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dabei ist nicht der Mangel an erforderlichen Technologien das Hindernis, der zu diesem Prozess führt, sondern oftmals die weitgehende Zurückhaltung in dieser Hinsicht. Statt eine Anbindung des Enterprise Resource Planning in das E-Commerce-System zu implementieren, wird erneut auf die Leistungsfähigkeit der eigenen Kapazitäten hingewiesen – ein Fehler, der bereits bei vielen Industrie 4.0-Technologien dazu geführt hat, dass man zunehmend ins internationale Hintertreffen geraten ist. Insbesondere in Zeiten, in denen zunehmend Flexibilität und Resilienz gefragt sind, sollte eigentlich mehr Mut zur Neuerfindung herrschen. Es gilt also die derzeitige Situation auszunutzen und mit Tatendrang in Richtung Zukunft zu planen – und so den zu erwartenden Aufschwung optimal zu nutzen.“