Luxusuhren für jeden: Das Start-up Horando sorgt für Aufsehen

Das Start-up Horando sorgt für Aufsehen: Ein besonderes Interesse der Luxusuhrenhändler liegt auf der Optimierung des Kauferlebnisses (© Amin Hasani on Unsplash)

Im Zeitalter von Smartphones ist klar, dass die Uhr nicht mehr nur ein Zeitmesser ist. Wer die Uhrzeit braucht, schaut auf sein Handy. Dennoch ist ein Leben ohne Uhr für die meisten Menschen undenkbar, denn die Uhr ist ein Statement! Der Luxusuhrenshop Horando weiß, wie viel mehr Bedeutung der elegante Zeitmesser am Handgelenk für den Träger hat. Und das Start-up-Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Konkurrenz aus dem Tiefschlaf zu holen und Luxusuhren für jedermann anzubieten!

Luxus via Internet – der Sektempfang ist nicht mehr en Vogue

Denken Sie einmal 20 Jahre zurück, wäre es für Luxusuhrenhersteller undenkbar gewesen, ihre erlesenen Stücke auf dem digitalen Markt zu veräußern. Wer sich mit einem prunkvollen Zeitmesser am Arm schmücken wollte, erwarb es beim Juwelier des Vertrauens oder im Rahmen einer Vorführung, die ausschließlich den interessierten Kunden vorbehalten war. Der Luxusuhrenhändler Horando, ein Start-up aus dem beschaulichen Bamberg, hat nun zum Angriff geblasen. Mit einem Millionenkapital hat es sich Horando zur Aufgabe gemacht, ein Netzwerk aus Uhrenherstellern und Lieferanten zu etablieren und damit die Konkurrenz eindeutig aus dem Rennen zu werfen.

Die Welt der Konsumenten hat sich verändert. Heute wird zum einen auf Nachhaltigkeit geachtet, aber auch auf maximalen Komfort. Ein Händler, der das Wunschprodukt nicht innerhalb kürzester Zeit liefern kann, verliert das Interesse seiner Kunden. Und genau hier möchte Horando Abhilfe schaffen. Das erklärte Unternehmensziel: Uhrenmodelle, die selten und wenig gut erhältlich sind, innerhalb kürzester Zeit vom Hersteller zum Verbraucher zu bringen und damit die Konkurrenz aus dem Rennen zu werfen. Für das Start-up ein teures Unterfangen, denn natürlich braucht es eine gewisse Anzahl an Luxusuhren auf Lager, wofür ein großer Etat notwendig ist.

Horando als alter Hase im Geschäft

Das Bamberger Start-up ist kein neues Gesicht auf dem Markt, sondern gründete bereits 2013 seinen ersten Online-Shop. Hier werden gebrauchte und neue Uhrenmodelle aus dem Luxusbereich an interessierte Klienten verkauft. Doch auch Horando weiß, dass sich der E-Commerce-Markt verändert. Mehr Menschen setzen auf Social-Shopping und schätzen die direkte Ansprache des Kunden. Die Zielgruppe für Luxusuhren ist zudem jünger geworden und nicht mehr nur in der Generation 60 Plus zu finden.

Auch persönlicher Kontakt wird bei den pfiffigen Geschäftsleuten aus Bamberg geboten, in Form eines Showrooms am Firmenstandort, der auch die Abholung bestellter Modelle ermöglicht. Auch wenn Horando zukünftig noch stärker auf den virtuellen Handel setzen möchte, wird der Standort zur Stärkung der Kundenbindung erhalten bleiben. Mehr noch: Das Unternehmen plant einen zweiten stationären Knotenpunkt, der jedoch nicht mehr im aktuellen Jahr realisiert werden kann.

Von Bamberg nach Hildesheim – ein Start-up zieht um

Ein junges, dynamisches Team, was sich im Luxussegment ansiedeln möchte, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich sein. Doch Prognosen zeigen, dass bis 2025 ein Zuwachs von 3,95 % im Segment der Luxusuhren zu erwarten ist. Hat Horando hier also den richtigen Riecher? Mit einem Umzug von Gründungsort Bamberg nach Hildesheim hat das Start-up wieder einmal von sich reden gemacht. Der Grund für den Umzug war aber nicht etwa die Lust auf einen Tapetenwechsel, sondern der Kontakt zu Dominik Groenen, dem Gründer des in Niedersachsen weitflächig bekannten Start-up Netzwerks Orangery.

Ein besonderes Interesse der Luxusuhrenhändler liegt auf der Optimierung des Kauferlebnisses. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit der Universität Hildesheim aufgenommen, um unter anderem vermehrt künstliche Intelligenz für die Steuerung des Online-Shops zu nutzen. Bestimmte Algorithmen sollen dabei helfen, die Funktionalität des Webshops noch stärker auf die Bedürfnisse des Kunden zuzuschneiden.

Wer als Verbraucher den Kauf einer Luxusuhr plant, soll gegenüber der Beratung vor Ort nicht im Nachteil sein, wenn er einen virtuellen Shop wählt. Künstliche Intelligenz soll dabei unterstützen, nicht nur die eigenen Bedürfnisse mittels weniger, effizienter Filterkriterien herauszufinden, sondern auch Geschenke mit wenigen Mausklicks und Angaben zu finden. Genau hierfür ist ein intelligenter Algorithmus notwendig, der das Kundenverhalten analysiert und die Kapazitäten des Handels optimiert.

Gründer expandieren und haben große Pläne

Während Horando bislang ausschließlich von den beiden Gründern betrieben wurde, die sich durch externe Dienstleister unterstützen ließen, soll nun Nachwuchs in Form von Angestellten generiert werden. Der erzielte Umsatz des Luxushändlers liege laut eigener Angaben über fünf Millionen Euro pro Jahr, das Budget zur sicheren Finanzierung zweier Angestellter ist damit gegeben. Dem jungen Start-up ist klar, dass mit wachsendem Kundenstamm auch wachsende Aufgaben entstehen und genau hierfür brauchen sie Abhilfe, in Form von festen Mitarbeitern.

Derzeit kann Horando ein Portfolio von rund 3.500 Uhren anbieten, verglichen mit den stärksten Konkurrenten, klingt die Menge noch sehr gering. Doch die Konkurrenz macht den beiden Startup-Leitern keine Angst, denn sie sehen sich durch Hersteller-Kontakte sehr gut aufgestellt und sind bereit, in ihr Unternehmen zu investieren. Künftig soll der Fokus auch wieder mehr auf gebrauchte Luxusuhren gelegt werden, denn in diesem Segment ist die Nachfrage sehr hoch, das Angebot aber oft nicht vorhanden. Der Gebrauchtkauf wird insbesondere im Sinne der Nachhaltigkeit für Konsumenten immer interessanter.