Niels Oeft und Jens Garberding - Holyo © Andre Forner

Niels Oeft und Jens Garberding ~ Holyo © Andre Forner

Das Startup Holyo expandiert in Schwellenländer und launcht jetzt seine Handelsplattform für digitale Prepaid-Gutscheine in Afrika. Damit ebnet es den Weg für weiteres Wachstum von digitalen Gütern in Schwellenländern. Weil dort eine extreme Nachfrage herrscht, liegt der Fokus auf digitalen Prepaid-Gutscheine für Smartphone-Games. Weitere Services für Mobilität, Mode und Versicherungen sollen folgen.

Die Umsätze der digitalen Games-Industrie steigen seit Jahren konstant. Die Corona-Pandemie gibt der gesamten Branche einen massiven Schub. So geben Gamer heute etwa 39% mehr für ihr Hobby aus als noch vor Covid-19. Das Gesamtvolumen der Branche wird auf 175 Milliarden Dollar geschätzt (Stand 2020). Die In-Game-Verkäufe auf Smartphones machen inzwischen mehr als die Hälfte der gesamten Umsätze der Industrie aus.

Allerdings sind die Publisher der Spiele zunehmend verärgert über die Konditionen der großen App-Store-Betreiber Apple und Google. Nicht selten werden diese als überzogene Zwangsabgaben betrachtet. Deshalb suchen die Publisher nach Auswegen und bieten vermehrt Pre-Paid Voucher an. Diese digitalen Gutscheine können außerhalb eines App-Stores eingelöst werden, die hohen Gebühren an Apple und Google entfallen. Genau hier setzt die Holyo Plattform an.

Commerce Plattform mit lokalen Partnern

Die Idee von Holyo ist simpel: Durch seine Commerce Plattform bietet das Fin-Tech jeder Art von Verkaufsstelle – vom kleinen Kiosk, über klassische Händler bis hin zur Online-Community – die Möglichkeit, digitale Pre-Paid-Voucher und andere Services anzubieten und so an diesem immensen Wachstumsmarkt zu partizipieren. Holyo versteht seine Commerce-Plattform als wichtige Verbindung zwischen Retail, Anbietern digitaler Inhalte und Konsumenten. Während heute noch digitale Voucher für Spiele die Nachfrage treiben, werden es in Zukunft Gutscheinkarten für Retail, Fashion Brands, Mobility oder Versicherungen sein.

Patentierte Authentifizierung- Software verhindert Betrug

Holyo ist seit Beginn der Pandemie mit einer ersten Version der Plattform in Afrika aktiv, weil es hier oft kein funktionierendes Finanzsystem gibt. Ein weiteres Problem für lokale Händler: Waren und Dienstleistungen sind nur in US-Dollar oder Euro und häufig nicht direkt erhältlich. Die Dresdner haben deshalb eine auf die Bedürfnisse von Händlern in Schwellenländern angepasste Commerce-Plattform entwickelt. Auf dieser stellen Anbieter ihre digitalen Produkte wie Pre-Paid-Voucher ein, Wiederverkäufer beziehen diese in Echtzeit und bezahlen in lokaler Währung. Holyo ist hierfür eine Reihe von Partnerschaften mit führenden Anbietern eingegangen.

„Holyo gibt uns Händlern erstmals die Chance, digitale Produkte und Prepaid-Voucher sicher und mit deutlich geringerem finanziellem und technischem Aufwand zu verkaufen. Das ist ein wichtiger Meilenstein für Gamer in Afrika, können doch so endlich digitale Inhalte mit Bargeld bezahlt werden. Das war vorher so nicht möglich“, so Abdelhamid Hassan, Gründer von PS Egypt Community, einer der größten Gamer-Communities in Ägypten.

Holyo will die Themen E-Commerce und Digital Economy in Schwellenländern vorantreiben oder gar erst zu ermöglichen.

„Wir schaffen mit unserer Plattform Standards und damit überhaupt erst die Voraussetzungen für einen sicheren Handel. Über unsere patentierte Authentifizierungssoftware erkennen wir Kunden eindeutig über deren Mobilfunknummer und ordnen sie eindeutig zu. Gleichzeitig werden wir regulatorischen Bestimmungen in der Industrie gerecht und verhindern mögliche Betrugsszenarien“, sagt Niels Oeft, CEO und Co-Founder von Holyo.

Blind Spots für den Markt in Daten entdeckt

Jens Garberding, Co-Founder und zuletzt bei Google als Verantwortlicher für Retail & Payments in EMEA, sieht sich mit Holyo in einer Vorreiterrolle: „Als Mitglied des Arab-German Chamber of Commerce and Industry (GHORFA) und mit der Unterstützung aus Förderprogrammen der Bundesregierung ist es uns möglich, die Region Middle East mit digitalen Angeboten zu bedienen, die es auch den vielen kleinen Händlern vor Ort ermöglichen, eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen.“

Mit dem frisch eingesammelten Seed-Funding planen die Dresdner weiter in Schwellenländern in Afrika und dem Nahen Osten zu wachsen und neue Lösungen im Markt zu testen.