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Shopware 6: exklusive Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand mit intoCommerce

Frank Zimmermann an 8. November 2018 - 13:17 in e-Commerce Studien & Fachartikel
Matthias Thürling ist Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce Agentur intoCommerce, Top 3 Shopware Solution Partner in Deutschland.

Matthias Thürling ist Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce Agentur intoCommerce, Top 3 Shopware Solution Partner in Deutschland.

Shopware ist die mit Abstand populärste Shopsoftware. Für das Jahr 2020 hat der Hersteller die Version 6 in Aussicht gestellt. Für alle, die nicht bis zum offiziellen Launch warten, sondern sich frühzeitig über Funktionalitäten und Leistungen des neuen Release informieren wollen, informiert Matthias Thürling im Blog in loser Folge über den jeweils aktuellen Stand der Entwicklung von Shopware 6. Insbesondere Onlinehändler als potenzielle Anwender der neuen Version erhalten im Blog frühzeitig fundierte Informationen zum Stand der Dinge bei Shopware 6 und verschaffen sich so einen wertvollen Wissensvorsprung vor ihrem Wettbewerb.

Der Shopware Playground

Zuallererst: Für diejenigen, die Shopware 6 ausprobieren möchten, stellt Shopware den so genannten „Shopware Playground“ zur Verfügung. Hierbei handelt es sich gewissermaßen um die „Spielwiese“, über die wir als Shopware-Partner bereits Zugriff haben und eigene Shopware 6-Instanzen anlegen können. Hier zeigt sich bereits die erste Unterscheidung in Bezug auf das Selbstverständnis von Shopware 6: Die Ansicht zeigt nicht mehr die klassische Installation einer Web-Software. Vielmehr stellt Shopware hier bereits eine fertige Installation bzw. Instanz zur Verfügung. Vielleicht benötigen wir in Zukunft keinen klassischen Hoster mehr; solch eine Cloud-Instanz ist mit einem Klick installierbar. Im Hintergrund laufen automatisch Software-Container mit virtuellen Maschinen, die entsprechend hoch- und heruntergefahren werden können. Somit können sie dem Bedarf des Shopware-Betreibers deutlich besser anpassen.

Auch das automatische Einrichten des Stagings, von Unterinstanzen und eigenen Branches wird damit deutlich einfacher. Dies ist also bereits ein guter Weg, den Shopware hier beschreitet.

Administrationsoberfläche

Die neue Administrationsoberfläche wirkt deutlich aufgeräumter und sieht sehr ansprechend aus. Dabei orientiert sie sich optisch an dem, was man aus der aktuellen Software-Entwicklung kennt. Man findet sich hier also relativ schnell zurecht, auch wenn man bisher die vorherige Shopware-Version gewohnt ist. Vieles von dem, was man hier als User zu sehen bekommt, wird bekannt wirken, und die Philosophie also solche scheint sich nicht geändert zu haben.

Das Wichtigste und Prägnanteste, das man hier gleich zu Anfang zu sehen bekommt, ist die großflächige Suche. Diese wird im Vergleich zu Vorversion deutlich besser ausfallen, ist sehr viel detaillierter und ermöglicht zum Beispiel auch den Zugriff auf Unterfelder bzw. Unterinformationen. Man muss allerdings sagen, dass die Suche zurzeit noch nicht sehr performant und auf uns wie eine Alphaversion wirkt. Während einige Funktionen bereits sehr gut arbeiten, sieht man in anderen Bereichen, dass Shopware hier anscheinend noch im Entwicklungsprozess steckt (Stand Oktober 2018) und die Testversion noch nicht dem zu erwartenden Produkt entspricht. Es ist trotzdem sehr interessant, sich bereits jetzt damit zu beschäftigen, wie Shopware zukünftig aufgebaut sein wird.

Preise

Bei den Preisen zeigen sich die vielleicht spannendsten Veränderungen. In Shopware werden Preise immer als Netto-Preise in der Datenbank hinterlegt. Diese Nettopreisberechnung ist nun auch auf mehrere Stellen nach dem Komma möglich – ein Faktor, der bei Shopware 4 und 5 noch problematisch war, da die Möglichkeiten dort begrenzter waren und es daher zu entsprechenden Rundungsfehlern kommen konnte. Dies wird bei der neuen Version deutlich besser gelöst.

Preisregeln in Shopware 6

Preisregeln in Shopware 6

Bei der erweiterten Preisansicht zeigt sich ebenfalls etwas sehr Spannendes. Bei diesem Punkt, den manche anderen Systeme bisher durchaus besser bedienen konnten, hat Shopware noch einmal deutlich nachgelegt. Man kann an dieser Stelle tatsächlich sehen, wie Shopware daran arbeitet, die erweiterten Preise deutlich zu verbessern. Wir sehen auch ein paar Beispiel-Preisregeln, die von Shopware bereits angelegt wurden und mit denen man ein wenig spielen kann. Dies ist durchaus interessant.

Beispiel: Wenn ein neuer Kunde sich eingeloggt hat, soll dieser Preis in der Menge 1-10 EUR 199 lauten. Dementsprechend wird automatisch auch der Netto-Preis berechnet.

Weitere Preisregeln lassen sich noch entsprechend hinzufügen. Wünschenswert wäre an dieser Stelle vielleicht noch die Möglichkeit einer stärkeren Verschachtelung der einzelnen Preisregeln miteinander. Vergleicht man hier die Optionen anderer Systeme, ginge in Bezug auf diese Preisregeln sicherlich noch mehr.

Kataloge/Kategorien

In Bezug auf Kataloge und Kategorien findet sich einer der großen Unterschiede von Shopware 6, und es wird wieder spannend: In Zukunft werden wir nicht nur einen Katalog haben, in dem wir versuchen, das abzubilden, was wir in Shopware in Kategoriebäumen aufgelöst haben. Vielmehr kann man diese Kataloge nun sehr viel dynamischer verwalten und nutzen. Bisher hatten wir Kategoriebäume in Shopware, wo wir beispielsweise versucht haben, die verschiedenen Sprachen abzubilden – ein Lösungsansatz, der leider nicht immer so glücklich ausgefallen ist. Shopware 6 bietet nun die Basis dafür, E-Commerce weiterzudenken: Wir müssen unser Sortiment in neuen Katalogen individuell zusammenstellen können.

Für die Zukunft bedeutet das beispielsweise, dass wir für einen Alexa Voice Client, über den direkt bestellt werden kann, gegebenenfalls einen verkleinerten Katalog zur Verfügung stellen. Dies ist dann relevant, wenn wir für die Suche über die Stimme nicht alle 10.000 Artikel zugängig machen möchten, sondern beispielsweise nur die 200 wichtigsten. Dies ist die interessante Denkweise im Bereich Katalogverwaltung: Neue Kataloge können mit entsprechenden anderen Kategoriezuordnungen hinterlegt und den entsprechenden Verkaufskanälen zugeordnet werden.

Lieferungen

Interessant ist aber bereits, dass in Shopware 6 zwischen Bestellung und Lieferung unterschieden wird. Diese Unterscheidung hat es nämlich bis jetzt nicht gegeben. Bei Shopware 5 war es noch so, dass eine Bestellung auch gleichzeitig eine Lieferung ist. Im modernen E-Commerce wollen wir aber natürlich möglichst schnell liefern, so lange das Produkt verfügbar ist. Wenn allerdings Einzelteile aus einer Bestellung nicht lieferbar sein sollten, sollen diese natürlich nachgeliefert werden, und genau dies ermöglicht der neue Tab „Lieferung“, der bereits andeutet, dass wir zwischen Bestellung und Lieferung logisch trennen müssen und aus einer Bestellung mehrere Lieferungen entstehen können.
Experimente

Im Bereich Experimente wird noch einmal sehr viel klarer, in welche Richtung Shopware denkt. Ein Experiment kann beispielsweise wieder ein Plug-in sein. Viel interessanter ist allerdings, dass Shopware sich von dieser festen Verbindung zwischen Shopware Backend (mit der Shopware Core Logik) und Shopware Frontend trennt. Bisher waren dies ja zwei Systeme, die sehr eng miteinander verbunden und innerhalb einer Installation sofort enthalten waren. Für die Zukunft denkt Shopware hier in Verkaufskanälen – beispielsweise in Richtung Storefront. Es kann aber auch ein „One-Pager“ oder eine Alexa-Integration sein; d.h. Shopware kann direkt über Alexa gestartet und zur Bestellung genutzt werden.

Experimente in Shopware 6

Experimente in Shopware 6

Dies entspricht dem Trend zum Headless E-Commerce: Das konkrete Frontend, mit dem wir in Zukunft auf ein E-Commerce-System zugreifen, wird immer gleichgültiger werden. Es kann sich zukünftig um unsere Stimme handeln, unsere Smart-Watch, oder auch das Auto, das möglicherweise an der Tankstelle direkt bezahlen kann, weil alle relevanten Daten ja sowieso bereits im Auto hinterlegt sind. Die Entwicklung geht also weg vom klassischen Frontend und hin zu vielen verschiedenen Alternativen, und dies lässt sich bei Shopware 6 bereits erkennen.

Die Denkweise ist klar: Wir haben Artikel, die wir in verschiedenen Katalogen hinterlegen können, welche wir dementsprechend über verschiedene Verkaufskanäle mit verschiedenen Funktionen wie Zahl- und Versandarten usw. zur Verfügung stellen können. Diese Entwicklungsrichtung des E-Commerce hat Shopware wirklich sehr gut verstanden und umgesetzt.

Natürlich wird eine solche Nutzung von Shopware auch die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen, weil teilweise wirklich noch einmal umgedacht werden muss, weg von den klassischen Frontend-Kanälen.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich wirklich um eine gute Alpha-Version handelt. Die Entwicklungsrichtung – also welche Funktionen angedacht sind – wird deutlich, wie beispielsweise in Bezug auf

  • Preisregeln
  • Katalog
  • Trennung von Backend-Funktion, Core-Funktion und Frontend-Funktion
  • Kanalunabhängige Denkweise

Dies entspricht genau dem Trend, in welche Richtung E-Commerce sich weiterentwickeln wird. Das Anlegen von Verkaufskanälen funktioniert recht simpel, und die Idee dahinter wird hier wieder sehr gut klar.

„Aus unserer Sicht besteht allerdings auch noch an vielen Stellen Handlungsbedarf. Das ist zum Teil sicherlich Wunschdenken, wie zum Beispiel in Bezug auf CRM/Bearbeitung von Kundendaten. Andererseits gibt es für Shopware einfach noch viele „Hausaufgaben“ im Hinblick auf Bereiche, die noch nicht 100%ig funktionieren“ – sagt Matthias Thürling.

„In Bezug auf den Zeitpunkt, zu dem man Shopware 6 wirklich produktiv und live im Einsatz sein sollte und man Shopware entsprechend produktiv und nicht mehr auf nur experimenteller Basis nutzen kann, gehen wir von Ende 2019 oder vielleicht eher 2020 aus. Shopware 5 wird weiterhin entwickelt und betrieben werden, und es macht Sinn, auch weiterhin Shopware 5-Projekte zu betreiben.

Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und auch weiterhin Informationen über den Zwischenstand im Shopware Playground geben. Auch werden wir einmal unter die sprichwörtliche „Haube“ (d.h. in den Quellcode) schauen, um auf der technischen Ebene zu zeigen, wie sich in Shopware 6 die Welt verändern wird.“

Frank Zimmermann

Frank Zimmermann ist Inhaber der im Mai 2003 von ihm gegründeten Kommunikations- und Public Relations-Beratung FCZ PR. Er studierte Politikwissenschaft, englische Literatur und Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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