eCommerce Anzeige
/ e-Commerce Studien & Fachartikel / Die “Shopping Mall of Things” – der Black Friday in der Welt des IoT

Die “Shopping Mall of Things” – der Black Friday in der Welt des IoT

Der Black Friday gilt in den USA als einer der wichtigsten Termine im Shopping-Kalender, der mit vielen Sonderangeboten lockt – und auch in Deutschland wird dieser Trend aufgegriffen. Der Erfolg dieses Shoppings-Events trägt dazu bei, dass die Spekulationen über das Aussterben des Einzelhandels etwas verflacht sind. Im Gegensatz zum Jahr 2012, als sich die Anzahl der Smartphone-Besitzer verdreifacht hatte und so das Konzept des klassischen Einkaufens zur Diskussion stand.
David Eden an 30. November 2015 - 12:03 in e-Commerce Studien & Fachartikel
Supply Chain Management

Wenn die Nachfrage am höchsten ist, muss die Kontrolle über die Supply Chain am sichersten sein. (© Dusit – Shutterstock.com)

Sicherlich gibt es einige Handelsketten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind wie Karstadt oder Woolworth. Doch es gibt auch Beispiele, bei denen traditionelle Einzelhändler neue Technologien zu ihrem Vorteil nutzen. Erst kürzlich hat Amazon angekündigt, einen ersten Buchladen in München zu eröffnen. Nach 20 Jahren ein Novum für den Online-Versandhändler. Wie können Händler im Zeitalter des Omni-Channels nun das Internet of Things (IoT) nutzen, um die ultimative vernetzte Shopping-Erfahrung zu bieten und sich in dem wettbewerbsintensiven Endjahresgeschäft von der Konkurrenz absetzen?

Den Ball am Rollen halten

Wenn die Nachfrage am höchsten ist, muss die Kontrolle über die Supply Chain am sichersten sein. Schlechtes Lager- und Supply Chain-Management führt zu frustrierten Kunden, die vor leeren Regalen und einer eingeschränkte Auswahl stehen – der perfekte Anreiz, ein anderes Geschäft aufzusuchen, das den Ansprüchen besser genügt.

Akkurates Supply Chain-Management ist auf datenbasierte Entscheidungsfindung angewiesen, die zunehmend über IoT-Geräte generiert wird. Für Supply Chain-Manager ist die präzise Erfassung und Analyse von Daten extrem wichtig. Hierzu zählen genau Kenntnisse über die Anzahl der produzierten Artikel im Lager, die Nachfrage an jedem Verkaufspunkt und die Zeit, die das Produkt benötigt, um von der Produktion ins Regal zu kommen.

Die Nutzung von Telemetrie-Daten, die von Fahrzeugen der Lieferflotte gesammelt wurden, ermöglicht Logistik-Managern zu sehen, wo sich die Ladung gerade befindet und wann sie ihr Ziel erreichen wird. Sensoren an Produkten, die RFID (Radio Frequency Identification) unterstützen, ermöglichen ein erweitertes Produkt-Tracking in jeder Phase der Lieferkette, was Supply Chain-Manager sowohl eine Mikro-Ansicht wie auch den globalen Überblick gibt.

Um die vernetze Supply Chain zu vervollständigen, verbindet die Anwendung des IoT im Laden das Front- und Back-End. Wir alle kennen das Phänomen, wenn man einen Schuh aus dem Regal auswählt, die Verkäuferin fragt, ob ein Paar in der eigenen Größe vorhanden ist und zehn Minuten wartet, nur damit sie zurückkommt, um mitzuteilen, dass der Schuh nur in einer anderen Größe oder in einer Farbe, nach der nicht gefragt wurde, auf Lager ist. Eine vernetzte Customer Experience gibt dem Verkäufer vor Ort eine Inventar-Analyse in Echtzeit an die Hand, die auf einem Smartphone oder Tablet läuft. So können sie dem Kunden sofort mitteilen, was im Lager verfügbar ist und sogar eine Nachricht senden, dass das korrekte Paar Schuhe für den Kunden aus dem Lager zur Anprobe geholt wird.

Am Point of Sale wird das Inventar in Echtzeit automatisch aktualisiert, wenn eine Nachricht eintrifft, das ein Verkauf abgeschlossen und das Produkt somit nicht mehr verfügbar ist. Wenn beispielsweise ein Paar Schuhe verkauft werden, wird ihre Seriennummer automatisch aus der Inventarliste der Filiale gelöscht. Durch die Nutzung dieses System, zusammen mit Vertriebszentren für Produkte, die online verkauft werden, erhält man ein klares Bild davon, welche Produkte sich am besten und an welchem Ort verkaufen und wo Nachschub nötig ist, um die Nachfrage zu decken – dies sind Schlüsselinformationen für das Supply Chain-Management. Dieser „smartere“ Ansatz im Lagermanagement hilft, die Enttäuschung beim Kunden über nicht vorhandene Produkte beim Online-Einkauf oder leere Regale zu Stoßzeiten wie der Vorweihnachtszeit zu vermeiden.

Smartere Läden, smarter einkaufen

Zu den Vorteilen von Online-Shops gegenüber traditionellen Einzelhändlern zählt die Möglichkeit, kontinuierlich Kundendaten zu sammeln und zu analysieren. Diese lassen sich dann nutzen, um den Kunden maßgeschneiderte Angebote passend nach Alter, Geschlecht, Interessen, Kaufhistorie und Jahreszeit zu unterbreiten.

Um eine richtige Omni-Channel-Erfahrung zu bieten, führen Händler neue Technologien ein, die vorher nur im E-Commerce Anwendung fanden. Ziel ist es, Kunden Anreize zu bieten, die Läden zu besuchen und gleichzeitig ihre Einkaufserfahrung zu verbessern. Ein Erfolgsbeispiel diese Vernetzung von off- und online ist die kostenfreie Bestellung in die nächste Filiale: In Großbritannien bietet beispielsweise John Lewis schon seit 2008 eine „Click and Collect” Erfahrung, die Kunden ermöglicht, ein beliebiges Produkt online zu bestellen und kostenfrei in die nächste Filiale geliefert zu bekommen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt mittlerweile auch Kaufhof.

Auch Location-based Mobile Marketing ist für Händler ein wertvolles Werkzeug. So bietet zum Beispiel der Kataloghändler Argos eine App, die den aktuellen Lagerstand im Laden anzeigt und gegebenenfalls Alternativfilialen vorschlägt. Mittlerweile versucht auch BMW Group Research and Technology, das vernetzte Auto der Zukunft in das Einkaufserlebnis einzubinden. Die Idee ist, Fahrern auf Basis der Nähe zu einer Filiale maßgeschneiderte Angebote anzubieten, die über das Car Computing System des Autos laufen.

Die Verbindung von offline und online für das Einkaufserlebnis im Handel erfordert die Kommunikation zwischen dem Lager der Filiale, Transaktionen, dem Lagerhaus, Vertriebszentren und den vernetzten Geräten des Kunden. Damit dieser Prozess eine nahtlose und interaktive Erfahrung mit der Marke wird – egal über welchen Kanal und zu jeder Zeit – muss auch die Infrastruktur diese Anforderungen erfüllen können. Dazu müssen Unternehmen die Grundlagen schaffen und ein Ökosystem aus IoT, W-LAN und Mobile Messaging aufbauen.

David Eden

David Eden verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Engineering, Vertrieb sowie Produkt- und Geschäftsentwicklung. Dabei war er in verschiedenen Positionen bei weltweit tätigen Unternehmen wie Tandberg, Xilinx und Newbridge Networks dafür verantwortlich, High-Tech-Lösungen für die Bereich Video und Unified Communications bereitzustellen. In seiner aktuellen Position bei Tata Communications arbeitet David Eden mit internen Teams sowie externen Partnern, um neue Wege zu einer schnelleren Produktinnovation zu entwickeln.

More Posts - Website

0 Kommentare beitragen

Senden Sie uns eine Mitteilung Hier

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Share This