eCommerce AnzeigeProfessionelle Suchmaschinenoptimierung & Webseitengestaltung Berlin
/ e-Commerce Highlights / Die besten Online-Händler Webseiten 2014

Die besten Online-Händler Webseiten 2014

Martin Newman an 4. Februar 2015 - 21:37 in e-Commerce Highlights, e-Commerce Studien & Fachartikel
Usability Report 2014

Mit dem diesjährigem Website Usability Report 2014, untersuchte Practicology zum dritten Mal die Desktop Usability von 25 Webseiten. (© Rawpixel – Shutterstock.com)

Um die Verkäufe eines Online-Shops nachhaltig zu steigern, müssen sich Online Händler immer mehr auf die Wünsche und Vorlieben ihrer Zielgruppe einstellen und flexibel auf die wachsenden Kundenanforderungen reagieren. Nur die Händler, die auf die Bedürfnisse und Anforderungen ihrer Kunden eingehen und deren Erwartungen erfüllen, können letzlich die Umsatzrate steigern und somit Kunden langfristig binden.

Mit dem diesjährigem Website Usability Report 2014, untersuchte Practicology zum dritten Mal die Desktop Usability von 25 Webseiten. Für die Studie wählte Practicology 25 Händler Webseiten mit dem höchsten Besucherverkehr*, die jährlich vom IMRG (Interactive Media in Retail Group), dem britischen Verband für Online Handel veröffentlicht werden, aus. Um die Desktop Usability der Webseiten zu evaluieren, wurden eine Vielzahl von Kriterien unter die Lupe genommen und nach einem Punktesystem bewertet. Unter anderem wurden hierbei Website Gestaltung, Website Geschwindigkeit, Produktsuche und – informationen, Sortiment und Merchandising, Inspiration und Beratung, Versand, Umtausch, Social Media Präsenz und Engagement, die allgemeine Customer Journey und Benutzerfreundlichkeit, sowie mehr als 70 dahinterliegene Einzelkriterien untersucht.

Das Kaufhaus House of Fraser kann über die untersuchten Erfolgsfaktoren hinweg die höchste Desktop Usability Freundlichkeit verbuchen und erreicht mit 57 von 70.5 möglichen Punkten den besten Wert im Desktop Usability Index.

Website Geschwindigkeit

asos chat

Fashionhändler Asos bietet seinen Kunden Live Beratung im Online Shop

Hierbei wurden unter anderem gemessen wie schnell die Homepage als auch die Produktseiten laden, die Antwortzeit des Servers, sowie ob sichtbarer Inhalt priorisiert wird. 24% der getesteten Webseiten wiesen eine Ladezeit von > 10 Sekunden auf. Bei der Ladezeit der Produktseite waren es ganze 36%, die eine Ladezeit von > 10 Sekunden aufwiesen. Während Fashion Online Händler Boohoo mit einer durchschnittlichen Produktseiten Ladezeit von 21.51 Sekunden als klarer Verlierer hervorging, landete Amazon mit einer Homepage Ladezeit von 3.58 und einer Produktseiten Ladezeit von 3.30 Sekunden auf dem Siegertreppchen. Bei der Priorisierung sichtbaren Inhalts waren nur 4 Händler dabei, die dieses Kriterium nicht erfüllt haben. Practicology untersuchte weiterhin, bei wievielen Händlern die Antwortzeit des Servers unter 200ms lag. Alle der getesteten Onlinehändler bestanden dieses Kriterium.

Inspiration und Beratung digitalisiert

Konsumenten stellen immer höhere Anforderungen an Online-Shops und möchten auf nichts mehr verzichten was nicht auch im stationären Handel angeboten wird. Viele Händler fangen daher an das traditionelle Einkaufserlebnis zu digitalisieren und bieten nun auch eine individuelle Beratung im Onlineshop an.

Zu den Händlern, die dies besonders gut umgesetzt haben, zählt unter anderem der Fashion Online-Händler Asos. Asos bietet Kunden einen persönlichen Stil Berater der via Chat Nachmittags, sowie am frühen Abend bei Mode und Stilfragen zur Verfügung steht. Sollte der gewünschte Ansprechpartner, der über ein Onlineprofil vom Kunden ausgewählt wird, nicht direkt zur Verfügung stehen, blendet sich eine geschätze Wartezeit auf dem Bildschirm ein und der Kunde gelangt automatisch in eine Warteschlange um spätestens nach 30 Minuten von seinem ausgewählten Stilberater informiert und beraten zu werden.

Produktsuche: Suchleisten Funktionalität und Filter

Insbesondere wurden hierbei Type-ahead Funktionalität, also die Autokomplettierung von beispielsweise Produkt- oder Markennamen, die der Kunde in der Suchleiste eintippt, sowie Filterfunktionen unter die Lupe genommen. Die beiden Online Baumärkte Screwfix und B&Q stechen hierbei ganz besonders hervor: beide Händler haben Produktbilder in ihrer Suchleistenfunktionalität integriert, die es dem Kunden erleichtern das gesuchte Produkt zu finden.

suggest funktionen

Links B&Q‘s und rechts Scerwfix‘sType-ahead Funktionalität mit Produktbildern

Produktbeschreibungen

product details

Debenhams gibt neben ausführlicher Produktbeschreibungen auch die Grössendimensionen der Photomodelle, so dass Kunden abschätzen können wie Produkte ausfallen

Stationäre Händler wissen über die Relevanz des Beratungsgesprächs Bescheid: Es hilft unentschlossenen Kunden, das passende Produkt zu finden, und Kunden, die bereits eine Auswahl getroffen haben, in ihrer Entscheidung zu bestärken. Die Aufgaben des Beratungsgesprächs übernehmen im Onlinehandel oftmals die Produktbeschreibungen – sie sollen den Kunden vom Artikel überzeugen und zur „Conversion” führen. Trotzdem dieses Kriterium wohl zu den „Basics“ des Onlinehandels zählt, gibt es einige Onlinehändler, die ihre Hausfgaben offenbar nicht gründlich erledigt haben. Online Sporthändler Sports Direct beispielsweise gibt bis auf einen Produktcode ( eine 6-stellige Nummer) keine weiteren Informationen zum Produkt.

Good Practice Beispiele konnten wir jedoch unter anderem bei vielen Fashion Händlern, wie beipsielsweise Debenhams finden, der neben ausführlichen Produktbeschreibungen auch Grössendimensionen der Photomodelle angibt, die es dem Kunden erleichtern abzuschätzen wie das Kleidungsstück ausfällt. Alternativ hierzu bietet das Kaufhaus House of Fraser eine Online Passform Technologie „True Fit“ an, die den Kunden hilft die richtige Konfektionsgrösse zu bestimmen.

house of fraser

Das Kaufhaus House of Fraser setzt auf eine Passformtechnologie namens „True Fit“. Der Kunde beantwortet hierbei einige Fragen über Körpermaße und Markenpreferenzen und erhält danach personalisierte Empfehlungen.

Vermarktung / Merchandising

Crossselling

Das Merchandising Tool von Drogerieshop Boots hat in diesem Fall versagt. Als Querverkauf (Crossselling) Produkt wurde dem Kunden, der gerade einen Nagellack kaufte ein Rollator angeboten.

Zu den mitunter wohl beliebtesten Vertriebsstrategien gehören zum einen das Crossselling (Kreuzverkauf) und das Upselling (aufwärtender Verkauf). Unter den getesteten Händlern konnten wir sowohl einige gute als auch einige schlechte Beispiele finden. Amazon ist bekannt für seine personalisierten Produktempfehlungen. Bei Amazon werden dem Kunden nicht nur Produkte angeboten, die von anderen Käufern „oft zusammen gekauft“ wurden, sondern auch zusätzliche Produkte vorgestellt, die auf der Browserhistorie des Konsumenten basierten.

Drogeriehändler Boots jedoch unterstreicht das Problem intelligenter Merchandising Systemlösungen, die oftmals auf zu wenig Käuferinformationen zurückgreifen oder aber nicht gut programmiert wurden. Auf der Suche nach einem Nagellack, wurde uns, nach dem wir diesen zu unserem Einkaufskorb hinzugefügt hatten, nicht beispielsweise eine Nagelpfeile oder ein Nagellackentferner, sondern ein Rollator als weiteres Produkt angeboten. Man kann wohl mit Gewissheit sagen, dass es nicht all zu viele Kunden geben wird, die sich dazu verleiten lassen einen Nagellack in Verbindung mit einem Rollator zu kaufen.

Social Media Präsenz und Social Proof

Während wir in vergangenen Jahren testeten, ob Händler auf Social Media Plattformen überhaupt anzutreffen waren, sind wir dieses Jahr einen Schritt weiter gegangen und haben unter anderem überprüft, ob die Händler Webseiten es den Kunden ermöglichen Produkte und Produktinformationen direkt von der Webseite auf Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und Instragram zu teilen. Best practice Beispiele konnten wir hier unter anderem bei Newlook finden. Beim Betrachten des Produkts auf Very.co.uk’s Webseite, zeigt ein Livefeed ausserdem, wie viele Leute das Produkt vor kurzen angeschaut oder gekauft haben.

Social Media

Newlook ermöglicht es den Kunden Produkte und Produktinformationen direkt von der Webseite aus auf Social Media Plattformen zu teilen

Liefer- und Umtauschinformationen

Unkomplizierte Retourenabwicklung, sowie verständliche und transparente Informationen über Lieferoptionen und -kosten sind essentielle Kriterien bei der Online-Händler-Auswahl. Einige Händler haben ihr Lieferangebot um eine Vielfalt an Optionen erweitert, diese beinhalten unter anderem Samstags- und Sonntagslieferung, Click & Collect, sowie Selbstabholungen an spezifischen Abholorten und Schliessfächern. Unsere Studie ergab, dass 22 der 25 Online-Händler Click and Collect Services als Lieferangebot bereitstellen.

Der Check-out-Prozess

In den vergangenen Jahren haben wir darauf hingewiesen wie wichtig es ist einen Gast Checkout anzubieten. Viele potentzielle Kunden schreckt eine Registrierung bei Erstbestellung ab, denn nicht jeder will gleich beim ersten Kauf ein Kundenkonto mit teilweile vertraulichen Daten anlegen. Ein Gast Checkout kann daher die Abbruchraten im Bestellprozess signifikant senken.

checkout

Ikea bietet Kunden einen schnellen und unkomplizierten Gastcheckout.

Kostenübersicht im Einkaufskorb

Wie schon im letzten Jahr weisen wir darauf hin, dass alle Kosten, die bei einer Online-Bestellung anfallen, sei es Versand – oder Umtauschkosten, übersichtlich und transparent bereits am Anfang des Kaufprozesses dargestellt werden sollten. Insbesondere hohe Versandkosten, wie es bei internationalen Lieferungen oftmals der Fall ist, oder Kosten für Retouresendungen, die erst am Ende des Bestellvorgangs genannt werden, schrecken den Kunden ab und erhöhen die Abbruchraten.

Obwohl Großbritannien als meist entwickelter und forgeschrittenster Ecommerce Markt gilt, lassen die oben diskutierten Kriterien erkennen, dass es noch einige Entwicklungspotenziale im Bereich Desktop Usability für Online Händler gibt. Wir sind schon jetzt darauf gespannt was sich im nächsten Jahr alles verändert haben wird.

Martin Newman

Martin Newman verantwortet als Gründer und Geschäftsführer die strategische sowie die operative Geschäftsentwicklung der Multi-Channel und Ecommerce Beratung Practicology. Practicology wurde im Jahr 2009 mit Standorten in London, Sydney und Melbourne gegründet und betreut größtenteils Kunden aus dem Vereinigten Königreich, Australien, Deutschland, sowie den USA. Martin Newman selbst ist seit mehr als 25 Jahren im Einzelhandel tätig. In seinen bisherigen Rollen als Head of Ecommerce bei Burberry sowie Ted Baker, Interim Ecommerce Direktor bei Pentland Brands, sowie Head of Ecommerce und Marketing für Harrods' Home Shopping Department leitete Martin eine Reihe von Vertiebskanälen - von Print über Online bis hin zu Call Center Sales. Martin wurde erneut von dem Magazin „Retail Week“ auf Platz 40 der „most powerful and influential person in Etail“ gewählt.

More Posts - Website

Follow Me:
Facebook

0 Kommentare beitragen

Senden Sie uns eine Mitteilung Hier

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Share This