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Interview mit Stefan Holwe, CEO von Horizn Studios: Reisegepäckmarkt ist ein Sleeping Giant

Redaktion an 21. März 2017 - 11:43 in e-Commerce Interviews
Stefan Holwe - Horizn Studios

Stefan Holwe ~ Horizn Studios

Herr Holwe, im Reisegepäck-Markt gibt es einige sehr bekannte Marken, die diesen auch als Marktführer beherrschen. Was macht Horizn Studios anders?

Die traditionellen, bekannten Player im Reisegepäck-Markt bieten bisher noch wenig Innovation. Dabei ist die Reisebranche an sich schon stark digitalisiert. Wir buchen Flüge online, nutzen Travel-Apps, lesen Reiseblogs und checken uns via Smartphone am Flugschalter ein. Bei Koffern beschränkt sich die Innovation dagegen auf die Entwicklung von zwei auf vier Rollen. Das ändern wir mit unseren Smart-Travel-Produkten. Unser erstes Produkt, der Smart Cabin Trolley, verfügt beispielsweise über ein GPS-Tracking-System und eine integrierte Ladestation, um den digitalen Bedürfnissen heutzutage gerecht zu werden.

Wen möchten Sie mit dem Cabin Trolley ansprechen?

Wir sprechen den modernen Vielreisenden an, der hohe Ansprüche an sein Gepäckstück stellt. Funktionalität, Design und modernste Technologie sind wichtige Kriterien, nach denen dieser Kunde seinen Koffer auswählt. All das vereinen wir im Cabin Trolley. Wir wollten einen hochqualitativen, funktionalen Koffer herstellen, der den digitalen sowie analogen Ansprüchen des modernen Reisenden gerecht wird.

Wie gelingt es Ihnen Design und Technologie miteinander in Einklang bringen?

Bei der technologischen Ausstattung setzen wir vor allem auf pragmatische Features, die den Reisenden in der Situation abholen. So wird der Cabin Trolley beispielsweise durch seine integrierten Ladegeräte zur mobilen Powerbank, sodass das Aufladen von Smartphones und Tablet jederzeit möglich ist. Durch eine integrierte GPS-Funktion lässt sich zudem der Standort via App nachvollziehen. Das schützt auch vor Verlust. Via App kann sich der Reisende alarmieren lassen, sobald der Koffer sich aus einem Radius von 30 Metern entfernt.

Bei aller Funktionalität liegt uns bei Horizn Studios das Design natürlich besonders am Herzen. Hinter dem Cabin Trolley steht ein sehr erfahrenes, renommiertes Designer-Team rund um Jaimal Odedra, der bereits für Häuser wie Calvin Klein, Givenchy, Rick Owens oder Alexander McQueen gearbeitet hat. Uns ist wichtig, dass das Design nicht zugunsten der Technik zurückgestellt wird.

Hohe Funktionalität hat meist seinen Preis. Wie können Sie einen verhältnismäßig niedrigen Preis garantieren?

Bei unseren Vertriebsstrukturen setzten wir bewusst auf das bewährte Cut-out-the-Middlemen Prinzip. Wir produzieren den Trolley sowie unsere Taschen und Accessoires bei eigenen Partnern und Produzenten. Der Vertrieb findet, neben unserem Flagship-Store in Berlin-Mitte, hauptsächlich über unseren eigenen Online Shop statt. Dadurch verzichten wir auf Zwischenhändler und können so mehr Features und eine höhere Qualität zu einem guten Preis anbieten.

Große Koffermarken erzielen immer noch den wesentlichen Teil ihrer Umsätze offline. Warum scheuen sich die Marktführer vor dem Online-Geschäft?

Der Markt steckt bei der Digitalisierung tatsächlich noch in den Kinderschuhen. Derzeit werden nur acht bis zehn Prozent des Reisegepäcks online verkauft. Das Geschäftsmodell der etablierten Marken ist höchst traditionell und komplett “Wholesale”-getrieben. Da besteht wenig Interesse, die etablierten Vertriebspartner zu verstimmen, indem man den Online-Direktvertrieb von sich aus aktiv vorantreibt.

Hier liegt unsere Chance – und in anderen traditionellen Offline-Branchen wie dem Matratzen- oder Brillengeschäft sehen wir, dass es funktionieren kann. Start-ups wie beispielsweise Casper haben den Matratzenmarkt gut disruptiert, selbiges gilt zum Beispiel im Brillen-Segment auch für Warby Parker. Schaut man sich den Status Quo des Reisegepäckmarkts an, ist dieser ein “Sleeping Giant”.

Wie wollen Sie gestandene Marken, die ein jahrelanges Vertrauen beim Endverbraucher genießen, angreifen?

Brand Building ist tatsächlich ein sehr wesentlicher Bestandteil unserer Strategie. Wir haben mit Horizn Studios eine Marke erfolgreich aufgebaut und dabei früh auf Partnerschaften wie beispielsweise mit der Soho House Gruppe oder international angesagten DJs gesetzt. Dazu kommt natürlich noch ein gut abgestimmtes Performance Marketing, wo wir seit einigen Monaten den richtigen Mix identifiziert haben, mit dem wir profitabel skalieren können. Durch ein smartes Zusammenspiel von Brand Building und Performance gewinnen wir immer mehr Vertrauen und Renommee beim Endverbraucher.

Wie kamen Sie auf die Idee, Horizn zu gründen?

Ich habe bereits früh zwei Agenturen gegründet, bin wöchentlich vor allem zwischen Berlin, London und Peking gependelt und war deshalb sehr sensibel allem gegenüber, das das Fliegen komfortabler macht. Dann lernte ich in Marrakesch auf einer Konferenz unseren Designer Jaimal Odedra kennen und wir haben uns lange unterhalten und gemeinsam an der Idee gefeilt, einen Koffer zu entwickeln, der High-End Design und kluge Technologie verbindet. In Jan Roosen habe ich dann den passenden Mitgründer gefunden und Jaimal wurde unser Chefdesigner.

Vielen Dank für das Gespräch.

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