Die ProSiebenSat.1-Tochter SevenVentures beteiligt sich an STYLIGHT

Die ProSiebenSat.1-Tochter SevenVentures beteiligt sich an STYLIGHT

Für das Münchner Start-Up Stylight ist es nun soweit: Es ist nicht mehr alleine. Die ProSiebenSat.1-Tochter leistet den Bayern Gesellschaft und greift dem jungen Unternehmen mit mehreren Millionen unter die Arme.

Der Co-Founder und CEO von stylight.de Benjamin Günther sagt dazu: „ProSieben ist unser absoluter Wunsch-Investor. Denn das Medien-Unternehmen hat gezeigt, dass es das Online-Business exzellent versteht und nach vorne treiben kann. Wir sehen das starke Engagement von ProSieben als eindrucksvolle Bestätigung für unsere Strategie“.

Stylight bietet Mitgliedern eine Art Social-Network, das den eigenen Focus auf Lifestyle legt. Dieser Mode-Schwerpunkt entsteht offenbar nicht durch die übliche Werbung sondern zieht ihre Dynamik aus dem Mitmachen der Community-Crowd. Wie das funktioniert? Wenn man sich als Mitglied einloggt, kann man ein sogenanntes Moodboard entwerfen. Dieses wird aus einem Fundus von 500 000 Produktfotos zusammen gepuzzled und natürlich, der Social-Media-Natur folgend, geteilt. Teilnehmer inspirieren sich gegenseitig, soweit, bis die Begehrlichkeit natürlich in die Kauf- bzw. Bestell-Handlung umschlägt. Treffer!

Stylight bietet Mitgliedern eine Art Social-Network

Stylight bietet Mitgliedern eine Art Social-Network mit Focus auf Fashion

Stylelight sagt von sich, im Jahr 2012 rund eine Million Bestellungen vermittelt zu haben. Das Unternehmen bezeichnet sich als eines der ersten Fashion-Communities, die es schafft, ein funktionierendes Erlösmodell international umzusetzen.

Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat im vergangen Jahr stark expandiert. Die Fashion-Community launchte inzwischen in acht europäischen Ländern Wbesites und Vertriebsstrukturen. Der Außenumsatz lag in dem entsprechenden Jahr bei rund 100 Millionen Euro.

Um wie viele Millionen es dabei exakt geht, scheint selbst dem Geförderten keine genaue Meldung wert, abgesehen von dem Hinweis, der Betrag sei sehr hoch. Vielleicht, weil man mit der ProSieben-Sat1-Tochter einen Partner hat, der andere Konditionen gerade bei Fernsehwerbung durch Reinvestition gelten lässt. Das lässt aufhorchen, denn möglicherweise fließt so also das investierte Geld sofort zurück zum Investor, besitzt aber durch die Konditionen des Investments einen weitaus größeren Mehrwert für beide Parteien.

Für SevenVentures also doppelter Gewinn, und Stylight selbst schätzt sich glücklich, einen finanzstarken Investor gefunden zu haben. Also eine Win-Win-Win-Situation?

Stylight selbst gibt sich sehr euphorisch, so sagt Benjamin Günther weiter: „Der Einstieg von ProSieben bei STYLIGHT zeigt, dass das Thema Social Curation inzwischen auch bei den deutschen Medien-Konzernen höchste Relevanz genießt. International Inspiration, local Commerce, also modische Inspiration durch die internationale Community, aber kaufen bei vertrauenswürdigen heimischen Online-Shops, das ist die Formel, die Stylight so einzigartig macht. Und dass hier noch viel Luft nach oben ist, wird uns auch durch die schnell wachsende Community bestätigt. Unser klares Ziel ist es, die führende Fashion Community zu werden.“

Die Phrase Local Commerce klingt in dem Zusammenhang beinahe wie ein Bayrisches Prinzip, aber sicherlich ist hier nicht damit nicht gemeint, frische Milch und Eier bei heimischen Bauern zu kaufen, sondern international hergestellte Produkte, die zumindest von dem Land aus verschickt werden, in dem die Bestellung getätigt wurde. Was ja auch Sinn macht, um nicht auch noch unbequeme Vorsteuer oder Zoll-Gebühren zahlen zu müssen. Nichts desto trotz ist Großes dabei zu entstehen, und deshalb seien diese Worthülsen verziehen.

Denn sicherlich hofft Stylelight auf ein ähnliches Echo, das Zalando gerade durch ihre TV-Präsenz in den letzten 2 Jahren zu einem unvergleichbaren Bekanntheitsgrad verholfen hat. Zalando selbst wurde von Rocket-Internet in die Werbepausen der zwei großen privaten Sender gekauft. Kann also gar nichts mehr schief gehen? Wer ähnliche Versandkonditions-Muster erkennen will, dem sei gesagt: Stylelight ist noch weit entfernt davon, mit kostenlosem Versand und ebenso kostenfreier Rücknahme-Frankierung zu prahlen, um sich so einem doch eher überschaubaren Finanzierungsrisiko auseinander zu setzen. So gibt es eine Versandkostenpauschale von 5,95 Euro und die Zusicherung, das bei einem Warengewicht über 30 Kilo per Spedition versendet wird. Zusätzlich bietet STYLIGHT den 24- Stunden-Lieferservice von Frankonia, der dann allerdings bis 15 Euro teuer werden kann.