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Anschub für eine Digitale Gründerzeit in Deutschland – „E-Entrepreneurship Flying Circus“ zieht Bilanz

Redaktion an 20. Oktober 2014 - 22:48 in e-Commerce Events
EEFC Podiumsdiskussion in Berlin

EEFC Podiumsdiskussion in Berlin

Am vergangenen Donnerstag ist der „E-Entrepreneurship Flying Circus“ (#EEFC14), die bundesweite Bustour zur Stärkung der Gründerausbildung für die Digitale Wirtschaft, in Stuttgart zu Ende gegangen. Die Organisatoren der Roadshow, die im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2014 – Die Digitale Gesellschaft“ stattfand, zogen nun eine durchweg positive Bilanz.

Nach 2000 Kilometern mit 6 Stationen in Köln, Hamburg, Berlin, Dresden, Nürnberg und Stuttgart sowie ca. 200.000 Kontakten vor Ort und über die sozialen Netzwerke stand fest: „Wir brauchen mehr Gründer für die Digitale Wirtschaft und dringend eine zugehörige Verankerung für deren Ausbildung an deutschen Hochschulen, sonst werden wir den Anschluss an die digitale Zukunft für Deutschland verpassen“, so Organisator Prof. Dr. Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen). Über 60 hochkarätige Teilnehmer auf dem Podium (u.a. Brigitte Zypries, Thomas Jarzombek, Lars Klingbeil, Lars Hinrichs, Tim Schumacher, Stephan Uhrenbacher, Ulrich Dietz) machten den jungen gründungsinteressierten Studierenden viel Mut und forderten die jeweiligen Hochschulen auf, die Lehrpläne zugunsten eines Faches „E-Entrepreneurship“ in der Schnittstelle von BWL, Wirtschaftsinformatik und Informatik anzupassen.

Unternehmertum muss eine Alternative in den Köpfen werden

Zwingende Voraussetzung für den Anbruch einer „Digitale Gründerzeit“ in Deutschland ist eine breite Basis von jungen Menschen, die überhaupt Startups gründen wollen. „In Deutschland ist die Komfortzone zu groß – zu wenige Leute gehen das Risiko einer Gründung ein. Das muss sich ändern!“ sagte Florian Nöll (BVDS) bei der Veranstaltung in Hamburg.

Dort stellte auch Lars Hinrichs (XING-Gründer) fest: „Im internationalen Vergleich sieht man, dass die Amerikaner schnell laufen, die Asiaten rennen und wir sitzen eigentlich noch auf der Couch!“ und Nico Lumma (D64) ergänzte an gleicher Stelle: „An den Hochschulen muss mehr Mut geweckt werden, sich für eine Gründung und gegen einen klassischen Werdegang als Angestellter zu entscheiden.“

EEFC

EEFC ~ Unternehmertum muss eine Alternative in den Köpfen werden

Entsprechend stellte Ulrich Dietz (GFT) in Stuttgart fest: „Es gibt keine bessere Zeit für eine Gründung als während oder direkt nach dem Studium. Das persönliche Risiko ist meist gering, eine Familie muss noch nicht versorgt werden und gerade in der Digitalen Wirtschaft kann man sehr schnell viel erreichen.“

Gründerausbildung an den Hochschulen umkrempeln!

Dass ein Studium dabei eine gute Basis für eine Unternehmensgründung ist, zeigten die vielen erfolgreichen Gründer auf dem Podium, die meist eine akademische Ausbildung hatten. „Ein Studium ist für Startups eine wichtige Grundlage! Ein strukturiertes analytisches Vorgehen hilft beim Gründen!“ sagte Frederic Westerberg (tvsmiles) in Berlin. Auch Björn Sykora (misterspex) erinnerte bei der gleichen Diskussion: „Mein Interesse fürs Gründen wurde schon an der Universität geweckt.“ Damit der Nachwuchs die Gründung aber studienkonform betreiben kann, muss es auch zu einem Umdenken im Lehrbetrieb kommen: „Hochschulen müssen Gründungen für das Studium in Form von Credits anrechnen und honorieren“ sagte Prof. Dr. Sven Ripsas (HWR Berlin) bei der Station in der Hauptstadt. Ferner wird ein neuer Typus von Professor gebraucht, denn „dieser muss sowohl theoretische als auch praxisrelevante Kompetenzen haben und die Begleitung einer Ausgründung muss den gleichen Stellenwert bekommen, wie eine A-Journal-Publikation“ ergänzte der Mitorganisator der Bustour Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn auf dem Podium in Stuttgart.

Gründer brauchen gesellschaftliche Akzeptanz!

Als weiterer wichtiger Punkt wurde die gesellschaftliche Anerkennung von Gründern der Digitalen Wirtschaft auf der Bustour hervorgehoben. In Dresden formulierte es Jens-Uwe Sauer (seedmatch) so: „Über Erfolg von Gründern wird in Deutschland nicht in dem Maße gesprochen wie in den USA. Bei uns hat man eher Angst, dass man morgen in der Zeitung steht.“ Florian Nöll (Vorstand BVDS) wies in Hamburg zudem darauf hin, dass „man anderswo nach einem erfolgreichen Börsengang gefeiert werde, während bei uns sofort die zahlreichen Bedenkenträger auf den Plan gerufen werden.“ Das man sich davon als angehender Gründer nicht abschrecken lassen sollte, dokumentierte Prof. Dr. Klemens Skibicki (DIKRI) in Dresden mit dem leidenschaftlichen Aufruf: „Habt Mut, lebt die digitale Disruption und besiedelt das digitale Neuland wie den wilden Westen.“

Baustelle Startup-Finanzierung

Brigitte Zypries und Prof. Dr. Tobias Kollmann in Berlin

Brigitte Zypries und Prof. Dr. Tobias Kollmann in Berlin

Neben der Gründerausbildung wurde beim E-Entrepreneurship Flying Circus aber auch über die anschließenden Rahmenbedingungen für die jungen Gründer diskutiert. Leitfrage war „Wie können digitale Startups in Zukunft auch aus Deutschland heraus zu Weltmarktführern werden?“ Neben mehr hungrigen Gründern, die „nicht sofort bei jedem Übernahmeangebot von Google einknicken“ so Christian Nagel (Earlybird) in Berlin, forderte Tim Schumacher (Sedo) in Köln: „Wir brauchen mehr Wachstumsfonds in Deutschland, die sich zudem bündeln müssen, um eine finanzielle Durchschlagkraft für digitale Startups zu entwickeln.“ Während die Anschubfinanzierung nach Meinung aller Teilnehmer in Deutschland nicht mehr das Problem sei, wird die Luft für die großen Finanzierungsrunden ab 30-50 Millionen Euro hierzulande sehr dünn. „Deswegen brauchen wir auch ein funktionierendes Börsensegment für digitale Startups als Kapitalquelle für das internationale Wachstum“ sagte Alexander von Frankenberg vom High-Tech Gründerfonds in Nürnberg.

Hoffnung auf Industrie 4.0

Weitere Erkenntnis der bundesweiten Bustour war, dass die Nachteile für Gründer der Digitalen Wirtschaft in Deutschland gegenüber den USA keine Entschuldigung sein darf, um nicht auch hier digitale Innovationen erfolgreich zu machen. Ein Ansatzpunkt kann hierfür die Zusammenarbeit von Gründern mit etablierten Unternehmen sein.

„Die nächsten digitalen Weltmarktführer werden aus der klassischen Industrie kommen, wenn diese es schaffen, die eigene digitale Transformation über Kooperationen mit innovativen Startups zu meistern“, sagte  Dr. Rolf Werner (T-Systems Multimedia Solutions) in Dresden. Daran knüpfte auch die Staatssekretärin im BMWi Brigitte Zypries an und sagte bei der Station in Berlin „Unser Ziel muss es sein, die gut funktionierende Wirtschaft in die Industrie 4.0 zu überführen. Wir brauchen junge Leute, die bereit sind, zu gründen und innovative Ideen zu entwickeln und müssen dann die traditionelle mit der digitalen Wirtschaft fruchtbar zusammenbringen.“

E-Entrepreneurship Flying Circus als Impulsgeber

Nach 15 spannenden Diskussionsrunden mit Vertretern von Hochschulen, Politik, Wirtschaft, Gründern und Multiplikatoren fasste Prof. Dr. Tobias Kollmann das Ergebnis der Bustour zusammen: „Aufgeben ist in der Digitalen Wirtschaft keine Option! Wir brauchen mehr Gründer, die mit ihren digitalen Geschäftsideen eine internationale Relevanz im Online-Wettbewerb erzielen wollen. Hochschulen sind dabei die wertvollste Quelle für die nächste Gründergeneration.“ Dass der E-Entrepreneurship Flying Circus dafür ein wertvoller Impulsgeber war, darüber waren sich alle Teilnehmer einig.

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1 Kommentare
  • 4. November 2014

    Was hält (potentielle) Entrepreneure in Deutschland ab, skalierbare Startups (nicht den Friseurladen um die Ecke und nicht die 5-Mann Beratung) mit internationaler Ausrichtung in größerer Anzahl zu starten und zu skalieren?

    …. gerne mehr, doch ist für Kommentar hier schon Schluss (Zeichenlänge)

    Antworten

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